Ein Jahr nach "Blackfish": SeaWorld verliert zunehmend an Popularität | Animal Equality Germany

Ein Jahr nach "Blackfish": SeaWorld verliert zunehmend an Popularität

USA

Systematische Vergabe von Psychopharmaka, fragwürdige Zuchtprogramme, Gefangennahme von wildlebenden Walen und Delfinen... SeaWorld steht schon lange in der Kritik. Kein Wunder also, dass die Liste der Unternehmen, die ihre Zusammenarbeit mit dem Meeres-Themenpark aufgeben, kontinuierlich wächst. Jüngste Neuzugänge in der Liste der Ex-Partner: die US-amerikanischen Fluggesellschaften Southwest Airlines und Virgin America. 

Im Juli diesen Jahres hatte Southwest Airlines angekündigt ihren Vertrag mit SeaWorld nach 25 Jahren Partnerschaft nicht mehr zu verlängern. In einer Petition hatten mehr als 90.000 Menschen Southwest Airlines dazu aufgefordert, ihre umstrittene Kooperation mit SeaWorld ein für alle Mal zu beenden - mit Erfolg! (1) Wie die britische Zeitung The Independent berichtete, ließ nun vor wenigen Tagen auch Virgin America verlauten, künftig nicht mehr mit SeaWorld zusammenarbeiten zu wollen. (2) Der Absprung der Airline schlägt sich auch im Aktienkurs nieder: Seit Monaten befindet sich die SeaWorld-Aktie auf absoluter Talfahrt, insgesamt ist der Kurs seit Januar diesen Jahres um 30% gesunken. (3)

Doch nicht nur SeaWorlds Partner und Investoren schwimmen davon, auch die Besucherzahlen sinken weiter. Beides steht im klaren Zusammenhang mit der Veröffentlichung des Dokumentarfilms Blackfish im November 2013. Der Film befasst sich mit dem Schicksal des Orcawals Tilikum. 1983 wurde er als junger Wal gefangen genommen und ist seit 1991 Teil des Unterhaltungsprogramms von SeaWorld. Traurige Berühmtheit erlangte Tilikum, da er seit seiner Gefangenschaft mit dem Tod von drei Menschen in Verbindung gebracht wird.

Wale sind hochintelligente, soziale und eigentlich friedliche Tiere. Dennoch, die Liste von Unfällen, teils mit tödlichem Ausgang, die von Walen in Gefangenschaft verursacht wurden, liest sich lang. Blackfish versucht Antworten auf Fragen zu geben, wie "Wo liegen die Ursachen für diese Attacken?" und "Welche psychischen Schäden tragen die Tiere von ihrer Gefangennahme und ihrem Leben im Aquarium mit sich?". 

Der Film berührte die Herzen vieler: allein in den USA sahen 21 Millionen Menschen die Erstausstrahlung auf CNN. Einer nicht repräsentativen Umfrage zufolge, die kurz nach Ausstrahlung der Doku durchgeführt wurde, würden 28% der Amerikaner nach Ansehen des Films nicht mehr zu SeaWorld gehen. (4) Seither ist eine öffentliche Diskussion über Meeres-Themenparks im Allgemeinen im Gange und rund 1.2 Millionen Menschen weltweit unterzeichneten eine Petition zur Abschaffung von Orca-Shows. Anfang April diesen Jahres wurden die gesammelten Unterschriften an den Staat Kalifornien übergeben, der in San Diego einen der drei US-Themenparks beherbergt.

Der demokratische Abgeordnete Richard Bloom startete daraufhin eine Gesetzesinitiative für ein Verbot von Orca-Shows sowie von Import, Export und Zucht der Tiere. Nach dem Vorhaben könnte SeaWorld die zehn Orcawale, die sich bereits im Besitz des Parks befinden, bis zu ihrem Tod in einem größeren Wassertank halten. Aktuell liegt der Gesetzesentwurf jedoch bis voraussichtlich nächstes Jahr auf Eis. Tierschützer und Aktivisten hoffen weiterhin, dass das Verbot 2015 in Kraft treten wird. (5)

Nicht nur in SeaWorld-Parks werden Tiere zur Unterhaltung des Menschen ihrer Freiheit beraubt und gezwungen Kunststücke einzutrainieren und vorzuführen. In jedem Meeres-Themenpark leiden die Tiere unter ihrer Gefangenschaft, der monotonen Umgebung und der unnatürlichen sozialen Struktur in der sie leben. Mehr dazu können Sie auf unserer Webseite nachlesen.

Bitte besuchen Sie niemals Orte, an denen Tiere zur Unterhaltung des Menschen gefangen gehalten werden. Das Geld der Besucherinnen und Besucher hält diese Parks am Leben. Folglich werden solche Orte nicht mehr existieren, wenn wir sie nicht mehr unterstützen und auch andere überzeugen können, dies nicht mehr zu tun.

Quelle: 
(1) Dailymail "Southwest Airlines ends 25-year partnership with SeaWorld as Blackfish fallout continues to hit besieged water park": http://dailym.ai/1pbsGk4 (Stand: 1. August, 2014) (2) The Independent "Virgin America ends partnership with SeaWorld": http://ind.pn/1yAivOe (Stand: 14. Oktober, 2014) (3) CNN Money "SeaWorld stock gets soaked, plunges 33%": http://cnnmon.ie/1phnB8r (Stand: 19. August, 2014) (4) Business Insider "28% Of Americans Say They Are Less Likely To Visit SeaWorld After Seeing 'Blackfish'": http://read.bi/1cjA1ek (Stand: 23. Januar, 2014) (5) The Guardian "Deaths, drugs, distress: why marine parks are losing their attraction": http://bit.ly/1mm4nA7 (Stand: 19. April, 2014) Bilder: Wikipedia - SeaWorld