Mehr Kühe als Menschen: So ruiniert die Milchindustrie Neuseelands Natur | Animal Equality Germany

Mehr Kühe als Menschen: So ruiniert die Milchindustrie Neuseelands Natur

Neuseeland
Seit fünf Jahren zählt Neuseeland mehr Kühe als Menschen. Das hat gravierende Folgen: für die Umwelt und die Menschen vor Ort.

Im Jahr 2013 hat sich in Neuseeland ein Verhältnis umgekehrt: Seither gibt es auf der Insel, die als wahres Paradies mit fantastischer Natur gilt, mehr Rinder als menschliche Einwohner. Das klingt zunächst wenig dramatisch, doch das Ausmaß an Zerstörung ist immens. Denn Grund für die hohe Zahl an Kühen ist die Milchindustrie, und diese bringt das Land, seine Natur und seine Ressourcen an ihre Grenzen – und darüber hinaus.

 

Die Zahlen spiegeln den Boom der Milchindustrie wider:

Die Weidefläche in Neuseeland wurde durch die Milchindustrie seit 1995 um 45 % vergrößert.

Die durchschnittliche Größe einer Kuhherde hat sich in den letzten 30 Jahren verdreifacht.

Ganze 28 % der neuseeländischen Exporteinnahmen stammen heute aus der Milchproduktion, das sind 7,8 Milliarden Euro.

Weil die Massentierhaltung auch in diesem Land so extrem wächst, kommen mittlerweile 50 % der neuseeländischen Emissionen aus der Landwirtschaft. Der neueste Report über Treibhausgasemissionen deckt auf, welchen Anteil dabei die Milchproduktion hat und Umwelt und Klima gefährdet: Das Wachstum der Milchindustrie ist einer der Hauptgründe dafür, dass Neuseelands Emissionen in den letzten 25 Jahren um satte 20 % gestiegen sind.

 

Neuseelands Natur wird vergiftet

Darunter leiden nicht nur die Tiere, sondern auch die Böden und Gewässer: 7 von 10 Flüssen sind etwa durch die starke Stickstoffbelastung nicht mehr zum Baden geeignet. Inzwischen sind sogar drei Viertel der in Neuseeland lebenden Süßwasserfische vom Aussterben bedroht. Neuseeland als Naturparadies, wie man es aus Filmen und von Bildern kennt? Fehlanzeige, dank der Tierindustrie.

Umweltschützer, aber sogar Vertreter der Milchindustrie schlagen mittlerweile Alarm: "Wir haben die wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Grenzen unserer Aktivität erreicht", schrieb vor Kurzem sogar der Direktor des staatlichen Milch- und Fleischproduzenten Landcorp, Steve Carden, im New Zealand Herald.

Derzeit kocht in Neuseeland die Debatte, ob Maßnahmen wie eine Verkleinerung der Rinderherden die Umweltprobleme verringern können. Doch weltweit fordert der Markt zugleich immer mehr, immer billiger produzierte Milch – und reißt so auch die Milchbauern in Neuseeland und in zahlreichen anderen Ländern in einen fatalen Strudel von Überschuldung und immer größerer Abhängigkeit. Nur langsam erkennen Neuseeland und andere Staaten, wie viel Leid und Zerstörung die Tierindustrie verursacht.

Jeder und jede, der/die tierische Lebensmittel von der Speisekarte streicht, setzt ein Zeichen gegen Leid und Zerstörung unseres Planeten durch die Tierindustrie! Wie einfach und genussvoll dies ist, zeigen wir auf LoveVeg.de. Haben Sie schon unser neuestes Kochvideo mit Profiköchin Sophia Hoffmann mit tollen Rezepten für eine tierleidfreie und umweltschonende Ernährung gesehen?

 

 

 

Quelle:

Der Standard (17.04.2018): “Neuseeland hat ein Problem: Mehr Kühe als Menschen

New Zealand Herald (12.04.2018): “Urgent action needed after NZ`s emissions rise 20 %