Masthühner: wie der Mensch das Leben auf der Erde verändert | Animal Equality Germany

Masthühner: wie der Mensch das Leben auf der Erde verändert

Deutschland
Die industrielle Massentierhaltung im 21. Jahrhundert hat erschreckende Ausmaße erreicht. Milliarden Lebewesen sterben jährlich, weil viele Menschen tierische Produkte konsumieren wollen. Unsere Umwelt leidet darunter und die Vielfalt der Arten nimmt weiterhin ab. Britische Wissenschaftler haben nun am Beispiel von Masthühnern verdeutlicht, wie stark sich der Eingriff des Menschen bereits auf die Entwicklung einiger Tierarten ausgewirkt hat.

Immer mehr Menschen leben auf der Erde. Seit Jahrtausenden züchten sie Hühner, um einen Nutzen aus ihnen zu ziehen. Heutzutage werden unfassbar viele Individuen eigens für den menschlichen Genuss geboren. Seit der Industrialisierung der Tierhaltung haben sich diese Prozesse so sehr verstärkt, dass die Anzahl domestizierter Hühner mittlerweile den Bestand freilebender Vögel übersteigt. Noch nie gab es so viele Tiere einer Vogelart. Über 600 Millionen sogenannte Masthühner werden jedes Jahr alleine in Deutschland geschlachtet; weltweit sind es circa. 60 Milliarden, die wie Produkte behandelt und ausgebeutet werden. Nach dem massenhaften Konsum ihres Fleisches, landen ihre Überreste auf riesigen Müllbergen.

 

Veränderte Gene durch Züchtung

Anhand von älteren Knochen, die bei archäologischen Ausgrabungen gefunden wurden, können Wissenschaftler Rückschlüsse über den Einfluss der Tierzucht auf die genetische Umformung der Hühner ziehen. Die Vorfahren des Haushuhns, wie etwa das aus Südostasien stammende wilde Bankivahuhn, waren zum Beispiel viel kleiner, als ihre neuzeitlichen Artgenossen. Ihre durchschnittliche Lebensdauer betrug mehrere Jahre.

Bild links: Bankivahuhn, Vorfahre des Haushuhns; Bild rechts: Masthuhn.

 

Die selektive Züchtung und der massive technische Fortschritt seit den 1950er Jahren haben dazu geführt, dass die Gene der Tiere sich seither deutlich verändert haben. Die Körper der Hühner erreichen heute bereits die fünffache Größe, wie noch vor 70 Jahren. Sie wurden gezüchtet, um möglichst schnell an Gewicht zuzulegen – aus wirtschaftlichen Gründen. Unter dem schnellen Wachstum leiden ihre Knochen und Organe. Sie haben Schmerzen und können so in der Regel nur kurze Zeit überleben. Nach nur wenigen Wochen werden sie ohnehin geschlachtet.

Die Entwicklung der Anatomie von Hühnern durch industrielle Tierhaltung zeigt, wie katastrophal sich unser Konsum auf das Leben anderer Arten und die natürlichen Zusammenhänge unseres Planeten auswirkt.

Tiere sind keine Ware. Alle Lebewesen haben es verdient, in einer natürlichen Umgebung und in Freiheit zu leben. Mit der Entscheidung, keine tierischen Produkte zu konsumieren, können wir das Leid der Tiere täglich verringern. Probieren Sie es mit einer pflanzlichen Ernährung! Auf LoveVeg.de finden sie hilfreiche Tipps und leckere Rezepte zum Nachkochen. Bei der Anmeldung für den kostenlosen Newsletter erhalten sie das LoveVeg-Kochbuch gratis dazu.

 

 

Quelle:

The Royal Society (12. Dezember, 2018). "The broiler chicken as a signal of a human reconfigured biosphere".