Brände in Tierhaltungsanlagen: Grüne fordern in Brandenburg besseren Tierschutz in den Ställen | Animal Equality Germany

Brände in Tierhaltungsanlagen: Grüne fordern in Brandenburg besseren Tierschutz in den Ställen

Deutschland
In Deutschland kommt es immer wieder zu schwerwiegenden Bränden in großen Tierhaltungsanlagen. Trotz diverser Brandschutzvorschriften stehen beispielsweise in Brandenburg jedes Jahr große Zucht- und Mastbetriebe in Flammen. Alleine in diesem Bundesland müssen jährlich tausende Schweine, Rinder und Hühner am lebendigen Leib verbrennen oder qualvoll ersticken.

In Deutschland kommt es immer wieder zu schwerwiegenden Bränden in großen Tierhaltungsanlagen. Trotz diverser Brandschutzvorschriften stehen beispielsweise in Brandenburg jedes Jahr große Zucht- und Mastbetriebe in Flammen. Alleine in diesem Bundesland müssen jährlich tausende Schweine, Rinder und Hühner am lebendigen Leib verbrennen oder qualvoll ersticken: Zwischen 2016 und 2018 verendeten dort unter anderem 600 sogenannte Mastschweine und 120 Schweinemütter mit ihren Ferkeln bei einem Großbrand in einer Anlage in Großpankow; in Frankenförde starben circa 2.600 Tiere in einer brennenden Zuchtanlage und bei einem Brand in einer Hähnchenmastanlage kamen im vergangenen Sommer 27.000 Küken ums Leben.

Häufig durch technische Defekte, marode Bauten oder Fahrlässigkeit im Umgang mit leicht entflammbaren Materialien ausgelöst, könnten die Brände in vielen Fällen durch bessere Vorschriften und Kontrollen verhindert werden. Da die Feuer in den Massentierhaltungsanlagen oftmals spät bemerkt werden, gestalten sich die Brandbekämpfung und die Rettung der Tiere schwierig. Doch funktionsfähige Feuermelder, ausreichende Löschwasserversorgung oder ständig zugängige Ausläufe zur Evakuierung könnten auch im Falle eines Brandes die Überlebenschancen der Tiere um ein Vielfaches erhöhen.

Der Landesabgeordnete Benjamin Raschke (Bündnis 90/Grüne), landwirtschaftlicher Sprecher seiner Fraktion, kritisiert den unzureichenden Brandschutz in Brandenburgs Ställen und fordert dringende Gesetzesänderungen, um begünstigende Bedingungen für den Ausbruch der Brände zu verhindern und die Sicherheit der Tiere zu gewährleisten. In den großen Betrieben des Landes sei bisher kein wirksamer Brandschutz gegeben und keine realistische Brandbekämpfung möglich. Obwohl die Rettung von Menschen und Tieren, die Entrauchung von Räumen und wirksame Löscharbeiten als Ziel in der Brandenburger Bauordnung festgelegt sind, fehlt es an der praktischen Umsetzung der Brandschutzmaßnahmen.

Die Antworten der brandenburgischen Landesregierung auf Raschkes Kleine Anfrage zum Thema “Brandschutz in Tierhaltungsanlagen” sind zum Teil enttäuschend: die Ministerin für Infrastruktur und Landesplanung erklärt mehrfach, dass keine Verbesserungen der Brandschutzvorschriften geplant seien. Da es sich bei Tierhaltungsanlagen um Sonderbauten handelt, müssten gewisse Brandschutznachweise sowieso vorliegen, bevor diese überhaupt genehmigt werden. Nach der Inbetriebnahme seien dann die Brandschutzdienststellen oder die untere Brandschutzbehörde für die Kontrollen zuständig.

Genaue Daten zu den Bränden der letzten Jahre, zum Beispiel dazu, wie viele Tiere und Menschen dabei zu Schaden gekommen sind, liegen demzufolge nicht vor und seitens der Landesregierung sei aufgrund der Vorkommnisse auch keine systematische Erfassung von Bränden in Stallanlagen geplant. Auch zur Evaluierung wiederkehrender Brandauslöser finden momentan keine Erhebungen statt und diesbezüglich seien ebenso keine Gesetzesänderungen vorgesehen. Obwohl handelsübliche Heizsysteme mit offener Verbrennung, in den Ställen häufig in gefährlicher Nähe von brennbarem Material angebracht, in vielen Fällen Brandursache sind, gibt die Landesregierung an, dass zudem keine Statistiken zu den Heizsystemen in Stallanlagen geführt werden. Auch zu der Gefahr von Photovoltaik- und Solaranlagen oder auf benachbarten Grundstücken entfachten Waldbränden als Brandauslöser soll es künftig weder statistische Überprüfungen, noch gesetzliche Änderungen geben. Die Frage danach, ob in Folge von Bränden in Tierhaltungsanlagen eine Prüfung der im Brandschutzkonzept dargelegten, zum Zeitpunkt des Brandes notwendigen Maßnahmen stattgefunden hätten, lässt die Landesregierung aufgrund nicht vorhandener Informationen unbeantwortet.

Trotz unzureichender Brandschutzvorschriften und der mangelnden Umsetzung der für die Tiere lebensnotwendigen Brandschutzmaßnahmen, zeigt die brandenburgische Landesregierung keine Bereitschaft zur Verbesserung der gesetzlichen Vorschriften. Zu dringend notwendigen Veränderungen auf politischer Ebene und der damit einhergehenden Stärkung eines gesetzlich verankerten Tierschutzes wird es, ihren Angaben nach, in naher Zukunft also nicht kommen. Den Statistiken zufolge, werden diese Vernachlässigungen auch in den kommenden Jahren zehntausenden Tieren das Leben kosten. Doch hinter politischen Anforderungen und wirtschaftlichen Interessen bleiben die Schicksale der einzelnen Individuen zurück. Als sogenannte Nutztiere werden leidensfähige Lebewesen in der industriellen Tierhaltung von uns Menschen ausgebeutet und müssen dort unvorstellbare Qualen erleiden.

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Quellen:

Landtag Brandenburg. Kleine Anfrage des Abgeordneten Benjamin Raschke: "Brandschutz in Tierhaltungsanlagen".

Märkisches Medienhaus (04.02.2019): "Grüne fordern besseren Brandschutz in Ställen".

Albert Schweitzer Stiftung (15.06.2012): "Fehlender Brandschutz in der Massentierhaltung: ein kalkulierter Gesetzesbruch".