Nach vier Jahren: Freispruch für Tierrechtsaktivisten | Animal Equality Germany

Nach vier Jahren: Freispruch für Tierrechtsaktivisten

Spanien
Vor genau vier Jahren wurden Mitbegründer und Mitglieder von Animal Equality verhaftet. Der Vorwurf: Die Aktivisten und Aktivistinnen sollen in eine Pelzfarm eingedrungen und darin gefangene Nerze freigelassen haben, was jedoch nicht der Wahrheit entspricht. Jetzt, vier Jahre später, wurden alle Anklagepunkte fallen gelassen...

Vor genau vier Jahren, in den frühen Morgenstunden des 22. Juni 2011 betreten schwer bewaffnete Polizisten die Wohnungen von zwölf Tierrechtsaktivisten und -aktivistinnen in verschieden Städten in Spanien. Das Vorgehen erinnert an Razzien von Antiterroreinheiten. Umliegende Straßen werden gesperrt, die Aktivisten und Aktivistinnen in Handschellen abgeführt. Wohnungen werden durchsucht und diverses Material beschlagnahmt. Darunter Kameras, Computer, Festplatten und unveröffentlichtes Recherchematerial.

Der Vorwurf: Die Aktivisten und Aktivistinnen sollen in eine Pelzfarm eingedrungen und darin gefangene Nerze freigelassen haben, was jedoch nicht der Wahrheit entspricht. 13 weitere Personen müssen vor Gericht als Verdächtige aussagen, darunter zwei ehemalige Mitarbeiter einer Pelzfarm, die in einem Gespräch mit Aktivisten lediglich Informationen weitergegeben haben. Insgesamt müssen sich 25 Personen - unter ihnen Mitbegründer und Mitglieder von Animal Equality - vor Gericht verantworten. Ihnen droht eine Haftstrafe von bis zu neun Jahren.

Vor wenigen Tagen, vier Jahre nach ihrer Verhaftung, ist die Audiencia Provincial de A Coruña (Landgericht der Provinz A Coruña in Nordspanien) zu dem Schluss gekommen, dass die gegen die Tierrechtsaktivisten und -aktivistinnen erhobenen Vorwürfe haltlos sind: "Keinem der Angeklagten konnte eine Beteiligung an der ihm zur Last gelegten Straftaten nachgewiesen werden", heißt es in dem Beschluss des Gerichtes. Alle Anklagepunkte wurden somit fallen gelassen. Javier Moreno, Mitbegründer von Animal Equality, kommentierte die Entscheidung des Gerichtes so:

"Der ganze Prozess war von Anfang an mit Ungereimtheiten bespickt. Noch bevor es überhaupt zu einer Anhörung gekommen war, hatte der eigentlich neutral zu bleibende Richter uns bereits als "Öko-Terroristen" bezeichnet und gegenüber der Presse verlauten lassen, dass wir schuldig seien. Damit hat er ganz klar gegen die Unschuldsvermutung verstoßen. Bei den Vorwürfen handelte es sich schlichtweg um einen Versuch von Seiten der Pelzindustrie, Tierrechtsarbeit zu kriminalisieren und Aktivisten und Aktivistinnen einzuschüchtern.

In verschiedenen Recherchen hatte Animal Equality erschreckende Zustände auf Pelzfarmen dokumentiert und die Öffentlichkeit über das Leiden der Tiere aufgeklärt. Es deutet einiges daraufhin, dass die Pelzlobby versucht mit ihren Kontakten zu Richtern und Staatsanwälten die Arbeit der Organisation zu behindern. Animal Equality wird auch weiterhin Recherchen durchführen, um ein Bewusstsein für das Leiden der Tiere in unserer Gesellschaft zu schaffen."

Auch das Gericht bekräftigte noch einmal, dass Organisationen wie Animal Equality mit ihren Recherchen "legale Aktivitäten" durchführen. Es handle sich dabei um eine "Aktionsform, die keine Straftat darstellt".