Für ihre Empathie angezeigt: Anita Krajnc gab durstigen Schweinen Wasser | Animal Equality Germany

Für ihre Empathie angezeigt: Anita Krajnc gab durstigen Schweinen Wasser

Deutschland
Anita Krajnc, die Mitgründerin der kanadischen Tierrechtsgruppe Toronto Pig Save (TPS), wurde angezeigt, weil sie durstigen Schweinen Wasser gab. Die Schweine befanden sich in einem Transporter auf dem Weg zum Schlachthaus. Schon seit einigen Jahren zeigen sie und weitere Mitglieder von TPS auf diese Weise ihr Mitgefühl für die Tiere. Doch es ist das erste Mal, dass Anita für ihre Empathie angezeigt wird.

 

Ich begegne diesen Strafanzeigen mit Würde, weil ich weiß, dass Wahrheit und Gerechtigkeit auf meiner Seite sind.” - Anita Krajnc

 

Starke Worte einer mutigen Frau.

Können Sie sich vorstellen, dass sie angezeigt werden, weil Sie durstigen Schweinen Wasser geben? Es klingt absurd, denn es erscheint wie die Szene aus einem schlechten Film, doch das Folgende ist tatsächlich passiert – in Burlington, einer Stadt im Einzugsgebiet von Toronto, im Bundesstaat Ontario. Die Mitgründerin der Organisation Toronto Pig Save (TPS), Anita Krajnc, wurde angeklagt, weil sie nicht wegschauen, sondern durstigen Schweinen helfen wollte. Eine Petition, die das Fallenlassen aller Anklagepunkte gegen Anita fordert, hat innerhalb weniger Tage über 20.000 Unterschriften erreicht. Am 04. November 2015 muss Anita erneut vor Gericht erscheinen.

TPS wurde 2010 gegründet und setzt sich mit seiner Arbeit für die Gleichstellung der Tiere ein. Mehrmals wöchentlich sind die Mitglieder von TPS und weiteren Gruppen (Toronto Cow Save und Toronto Chicken Save) auf den Straßen unterwegs, um verängstigten Schweinen, Kühen und Hühnern ihr Mitgefühl entgegenzubringen. Sie machen auf das Leid der Tiere aufmerksam und wollen andere Menschen dazu bewegen, ihre Essgewohnheiten zu ändern und sich gegen Tierqual auszusprechen.

An einem Tag im Juni, als Anita und ein weiteres Mitglied von TPS erneut mit Wasser bereit standen, passierte, was unglaublich klingt. Als die beiden Frauen den Schweinen Wasser gaben, stieg der Fahrer des Transporters aus und beschimpfte sie. Er untersagte ihnen die Versorgung der durstigen Schweine, woraufhin Anita ihn stattdessen bat, etwas Empathie zu zeigen. Dieser Gedanke war ihm völlig fremd, denn “sie [Schweine] sind keine Menschen”, so empörte er sich. Er drohte den Frauen, er würde ihnen die Flaschen aus der Hand schlagen, sollten sie den Schweinen noch einmal Wasser geben.

Im Nachgang wurde tatsächlich Anzeige gegen die beiden Frauen erstattet. Doch was war es, dessen sich die beiden Frauen schuldig gemacht hatten? Laut Strafanzeige: Sie gaben durstigen Schweinen Wasser. Doch ist es nicht schlimmer, dass Millionen Tiere für vermeintlichen Genuss leiden müssen und Grundbedürfnisse wie das Trinken während der Transporte ignoriert werden?

Am 14. Oktober musste Anita Krajnc zur Verlesung ihrer Strafanzeige vor Gericht erscheinen. Sie wird eines Verbrechens am Eigentum eines Dritten angeklagt. In den meisten Fällen bedeutet eine solche Strafanzeige, dass eine Person das Eigentum eines Dritten beschädigt hat. In Anitas Fall kann hiervon jedoch keine Rede sein. Den Schweinen Wasser zu geben, geschah zum Vor-, nicht zum Nachteil der Schweine oder des Besitzers.

Einige der Mitglieder von Toronto Pig Save hatten sich vor dem Gebäude versammelt, um ihrer Loyalität zu Anita und den Tieren Ausdruck zu verleihen. Wenn Anita am 4. November erneut zum Gericht muss, wollen sich noch mehr der Mitglieder vor dem Gebäude versammeln.

Das Gesetz des Bundesstaates Ontario erlaubt den Transport von Schweinen bis zu einer Dauer von 36 Stunden ohne Futter, Wasser und Ruhepausen. Die Schweine sind der Willkür ihrer jeweiligen Besitzer und deren Mitarbeiter hilflos ausgesetzt.

Es ist absurd, Anitas Verhalten als Straftat zu ahnden. Sie hat den Schweinen ein Grundbedürfnis erfüllt. Ein Bedürfnis, das jeder von uns kennt. Denn wer kann sich nicht vorstellen, wie es ist, über eine sehr lange Zeit nichts zu trinken und sich nach einem Schluck Wasser zu sehnen?

 

Wir werden umso stärker für die Freiheit der Tiere, Gerechtigkeit und die Gleichstellung kämpfen!” - Anita Krajnc

 

Wahrscheinlich erfahren die wenigsten Schweine in der Tiernutzungsindustrie, wie es ist, wenn Menschen ihnen Mitgefühl entgegen bringen. Wenn Anita oder andere Mitglieder von TPS den Schweinen Wasser geben, ist dies oft die einzige liebevolle Geste in ihrem gesamten Leben.

Wollen wir wirklich in einer Welt leben, in der es erlaubt ist, Tiere zu quälen und in der es gleichzeitig Menschen untersagt ist, Tieren in Not zu helfen? Wir sagen nein! Immer mehr Menschen entscheiden sich dazu, die Tiernutzungsindustrie nicht länger zu unterstützen. Werden auch Sie Teil dieser Bewegung. Ersetzen Sie Tierprodukte durch tierleidfreie Alternativen. Probieren Sie es aus!

 

 

 

Quelle: 
(1) Toronto Pig Save Facebook: www.facebook.com/TorontoPigSave (2) The Dodo "Woman Criminally Charged For Giving Water To Dehydrated Pigs" (3) Huffington Post "Woman Charged With Criminal Mischief for Giving Water to Thirsty Animals"