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Veganismus

Vegan zu sein bedeutet, sein Leben auf eine Art und Weise zu führen, die weder Leiden, Schaden, noch den Tod anderer Tiere zur Folge hat. Zudem ist das Ziel einer veganen Lebensweise nichtmenschlichen Tieren die Entscheidung über ihren Lebensweg selbst zu überlassen. Sie sind empfindungsfähige Wesen wie wir, mit eigenen Bedürfnissen, Wünschen und Interessen. Wir wissen heute, dass Tiere wie wir Gefühle und Emotionen wie Glück, Schmerz, Freude, Angst, Hunger, Traurigkeit, Langeweile, Frustration oder Zufriedenheit empfinden können.

Sie nehmen bewusst wahr, was um sie herum geschieht und diese Erlebnisse haben Einfluss auf sie. Das Leben der Tiere hat einen Wert für sich – Tiere sind weder minderwertige Lebewesen noch einfache Ressourcen oder Werkzeuge für Menschen. Die Diskriminierung nichtmenschlicher Tiere oder der Gedanke, sie seien weniger wert, nur weil sie einer anderen Spezies angehören, wird als Speziesismus bezeichnet und ist genauso unwissenschaftlich und ungerechtfertigt wie Rassismus und Sexismus.

Mehr über Speziesismus

Jeder Gebrauch von Tieren für Nahrung, Kleidung, Unterhaltung, als Haustier oder für Versuche geschieht gegen ihren Willen und bedeutet für sie in den allermeisten Fällen Leiden und Tod. Wir werden heutzutage in unserer Gesellschaft mit dem Gedanken großgezogen, dass wir andere Tiere benutzen oder konsumieren müssen, aber dies ist weder ethisch korrekt noch notwendig. Veganer_innen wählen eine Lebensweise, die die Interessen und Bedürfnisse anderer Tiere als fühlende Individuen berücksichtigt und nicht ignoriert. Veganer_innen konsumieren, tragen und gebrauchen keine Tierprodukte. Sie nehmen an keinen Veranstaltungen teil, in denen Tiere ausgebeutet werden. In der heutigen Zeit ist es ein Leichtes vegan zu leben. Zudem wurde der positive gesundheitliche Aspekt erwiesen und die Lebensmittel sind nicht zwangsläufig teurer.

Mehr dazu in den folgenden Abschnitten.

 

Nahrungsmittel

Veganer_innen essen weder Tiere noch Tierprodukte. Das umfasst Fleisch, Fisch, Schalentiere, Milchprodukte, Eier und Honig. Zu veganen Lebensmitteln zählt jegliche pflanzliche Nahrung, wie Cerealien (z.B. Hafer, Weizen, Korn), Hülsenfrüchte (z.B. Erbsen, Bohnen, Linsen und Sojabohnen), alle Gemüsesorten, Früchte, Pilze, Nüsse und Samen, Algen, Kräuter und Gewürze, sowie Produkte, die aus zuvor erwähnten Lebensmitteln hergestellt werden.

Eine vegane Ernährung kann sehr abwechslungsreich sein und ist an Möglichkeiten höchstens durch Kreativität begrenzt. Heutzutage, da zunehmend mehr Leute vegan leben und vegane Köch_innen erfahrener und kreativer werden, nimmt sowohl die Quantität als auch die Qualität von Rezepten und Essensangeboten in Cafés und Restaurants, sowie von entsprechenden Produkten in Supermärkten stark zu. Dazu zählen pflanzliche Alternativen, wie Hafer- oder Sojasahne, Milch aus Reis, Hafer, Soja oder Mandeln und „Würste“ aus Dinkel, Seitan, Lupinen und Soja.

Eine gut geplante vegane Ernährung ist gesund und für jeden und jede geeignet. Die American Dietetic Association als weltgrößte Organisation für Nahrung und Ernährungsfachleute erklärt: „Die Position der American Dietetic Association ist, dass eine entsprechend geplante vegetarische Ernährung, die voll vegetarische bzw. vegane Ernährung eingeschlossen, gesund ist, alle nötigen Nährstoffe zur Verfügung stellt und gesundheitliche Vorteile bezüglich der Prävention und der Behandlung bestimmter Krankheiten mit sich bringt.

Gut geplante vegetarische Ernährungsweisen sind für Individuen aller Altersklassen geeignet, einschließlich Schwangerer, Stillender, Kleinkinder, Kinder, Jugendliche und Athlet_innen - geeignet für alle.“ American Dietetic Association, 2009, (www.eatright.org/About/Content.aspx?id=8357)

 

Kleidung und Gebrauchsgegenstände

Veganer_innen tragen bzw. gebrauchen keine Kleidung, Schuhe oder Mobiliar, die aus Haut, Haaren oder Gefieder von anderen Tieren hergestellt wurden, einschließlich Pelz, Leder, Wolle, Federn und Seide. Stattdessen tragen und nutzen sie pflanzliche Fabrikate wie Baumwolle, Leinen oder Hanf und künstliche Materialien wie Polyester, Acrylfaser oder Nylon. Vegane Schuhe sind mittlerweile leichter erhältlich und das Angebot von verschiedenen Designs und verschiedenen Qualitätsklassen ist in den letzten Jahren stark gewachsen.

Neben dem Verzicht auf Tierausbeutung sind vegane Produkte größten Teils auch ökologisch. Hanf und Leinen feiern ein Wiederaufleben als feste, haltbare und vielseitige Materialien.

 

Unterhaltung

Tiere existieren um ihrer selbst willen und gehören in ihren eigenen Lebensraum mit Artgenoss_innnen und nicht in künstlich angelegte Umgebungen, die der Unterhaltung und dem Profit von Menschen dienen.

Veganer_innen besuchen keine Zirkusse mit Tieren, keine Zoos oder Safari-Parks, Aquarien, Pferderennen und keinen anderen Ort, an dem Tiere zum Vergnügen von Menschen gehalten werden. Sie unterstützen jedoch Gnadenhöfe, auf die Tiere von Orten der Tierausbeutung gerettet wurden, sowie Rettungsstationen und Reservate für wilde Tiere. Tiere können auch rücksichts- und respektvoll in ihrem natürlichen Lebensraum beobachtet werden.

 

Domestizierte Tiere

Menschen, die vegan leben, lehnen das Züchten von domestizierten Tieren wie Pferden, Hunden, Katzen, Hamstern, Hasen, Vögeln oder Fischen ab. Die Domestizierung liegt nicht im Interesse der Tiere, da sie auf diese Weise für alles Lebenswichtige von Menschen abhängig sind. Menschen entscheiden was und wann die Tiere essen und wo sie leben; sie bestimmen über Zuneigung und Auslauf. Die „Besitzer_innen“ kontrollieren, ob die domestizierten Tiere soziale Kontakte zu Artgenoss_innen haben.

Die Tiere können als Eigentum der „Halter_innen“ gekauft, verkauft, verschenkt, ausgesetzt und getötet werden. „Haustiere“ mögen uns Freude bereiten, aber die Tiere gehören nicht in unseren, sondern in ihren Lebensraum und müssen die Freiheit haben, ihr Leben nach ihrem Interesse zu gestalten. Veganer_innen retten ausgesetzte Tiere und nehmen sie auf, da sie diese Tiere als Flüchtlinge ansehen, die Fürsorge verdienen, während sie in dieser Welt leben, was im Gegensatz zur Institution „Haustierhaltung“ von absichtlich zu diesem Zweck gezüchteten Tieren steht.

 

Tierversuche

Veganer_innen konsumieren keine Produkte, die in Tierversuchen getestet wurden, sondern ausschließlich gewaltfreie, vegane Produkte. Sie versuchen auch so wenige Medikamente, wie irgend möglich zu benutzen, die an Tieren getestet wurden. Die British Union for the Abolition of Vivisection (BUAV) in Großbritannien bewertet Konsumgüter nach dem Humane Cometics Standard und dem Humane Household Products Standard.

Produkte, die diese Standards erfüllen, erhalten das Siegel des „hüpfenden Hasens“. Dieses Siegel wird jedoch auch an tierversuchsfreie Produkte vergeben, die nicht vegan sind. Mehr Informationen hierzu auf www.buav.org

Das Markenzeichen der Vegan Society, eine Sonnenblume, kann auf vielen Waren, wie Seifen, Shampoos, Parfums, Crèmes, Sonnenschutzcrèmes und Duschgelen gefunden werden. Die Sonnenblume garantiert vegane, tierversuchsfreie Produkte: www.vegansociety.com/lifestyle/cosmetics