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Aquarien: Gefangen im Wasser

 

Aquarien sind in Realität nur große Wasserbecken, die versuchen die natürlichen Lebensbedingungen der Fische und anderer nichtmenschlicher Tiere, die in ihnen gefangen sind, nachzuahmen. In solchen Aquarien leben unter anderem Delfine, Seelöwen, Haie, Rochen, Makrelen, Hechte, Thunfisch und sogar Wale.

Ein Delfin würde während seines Lebens zum Beispiel tausende Kilometer unter Wasser zurücklegen und dabei mit anderen Delfinen und anderen Meeresbewohnern interagieren. Viele Delfine leben jedoch in „Schulen“ mit mehreren anderen Dutzend Delfinen zusammen. Indem wir sie in ein Aquarium einsperren, verurteilen wir sie zu einem Leben, welches aus verzweifeltem Schwimmen in sich immer wiederholenden Kreisen in einem Umfeld besteht, welches sich nie verändert.

Ihr gesamtes Leben lang sind sie zur Monotonie verdammt und können sich niemals an der Vielfalt der Erfahrungen, die sie in Freiheit genießen würden, erfreuen. Fast alle werden wild gefangen und die meisten werden gezwungen Kunststücke einzutrainieren und vorzuführen. Die monotone Umgebung, die Beschränkung ihres natürlichen Verhaltens und die unnatürliche soziale Struktur, in der sie leben, verursachen enormen Stress für die Tiere.

 

Delfine orientieren sich im Meer anhand von Ultraschallwellen. Die starke Einschränkung der Sinnesorgane ist der wohl schlimmste Aspekt der Gefangenschaft eines Delfins in einem Betonbecken. Jacques Cousteau, ein französischer Meeresforscher, zeigte auf, dass ein Leben in Gefangenschaft bei einem Delfin zur vollkommenen Verwirrung seiner Sinne führt und als Konsequenz dessen erleidet dieses sensible Wesen die Rückbildung all seiner normalen Verhaltensweisen und Gewohnheiten. Man darf sich vom scheinbaren Lächeln der Delfine nicht irreführen lassen, denn es handelt sich hierbei lediglich um einen feststehenden Gesichtsausdruck, der sich auch durch das Erleiden schlimmster Qualen nicht verändert.

 

Doch Delfine sind nicht die einzigen Wesen, die unter ihrer Freiheitsberaubung in Aquarien leiden müssen. Fische sind ebenso individuelle und leidensfähige Tiere, die sich durch die stark reduzierten Möglichkeiten in künstlichen Becken nicht entfalten können und von Stress und seelischem Schmerz gezeichnet sind. Aktuelle wissenschaftliche Studien haben ergeben, dass Fische auf sehr ähnliche Weise unter ihrer Gefangenschaft leiden wie Säugetiere in Zoos und dass sie sogar ähnliches stereotypes Verhalten aufweisen wie sie.

Die meisten Fische verfügen über ein räumliches Gedächtnis, welches es ihnen ermöglicht kognitive Karten zu entwerfen, die sie anhand von Geräuschen, Gerüchen und äußeren Wetterbedingungen durch die Ozeane der Welt steuern und ihrer Orientierung dienen. Aus diesem Grund leiden sie so sehr, wenn sie ihrer Freiheit beraubt werden, d.h. ihr Leben nicht mehr in den Weiten eines Ozeans, Meeres oder Flusses verbringen können.

Die Sinnesorgane eines Fischs haben sich in vollkommen andere Richtungen entwickelt als die eines Menschen und sie nehmen Geräusche und Schwingungen ganz anders wahr als wir; ein Klopfen an die Wand eines Aquariums kann zum Beispiel der Auslöser für extremen Schock und Stress für den Fisch sein.

Abgesehen vom Problem der mangelnden Größe und Weite eines Aquariums gibt es jedoch noch weitere Punkte, die das Leben der Wasserbewohner unerträglich machen. So ist es zum Beispiel so gut wie unmöglich die Wassertemperatur auf eine Art und Weise zu regulieren, die für alle der dort eingesperrten Tiere angemessen ist. Das Resultat ist der Tod hunderter Fische, die die starken Temperaturunterschiede nicht überleben können. Doch auch die Chemikalien, die zur Desinfektion der Becken benutzt werden, können diesen Effekt auf die Gefangenen haben.

 

Was kann ich für Tiere in Aquarien tun?

Zuallererst besuchen Sie niemals Orte, an denen Tiere zur Unterhaltung des Menschen gefangen gehalten werden. Das Geld der BesucherInnen ist es, was die Tierausbeutungsindustrie am Leben hält. Folglich werden solche Plätze nicht mehr existieren, wenn wir sie nicht mehr unterstützen und auch andere überzeugen können, dies nicht mehr zu tun.

Auch wenn Tiere in Aquarien vielleicht atemberaubend schön und aufregend erscheinen können, dürfen wir nicht vergessen, dass ihr Leben in diesen Orten die reine Hölle ist. Wenn Sie Tiere mögen und mehr über sie erfahren möchten, gibt es viele andere Möglichkeiten dies zu tun, ohne ihnen Schaden zuzufügen. Wir können im Internet oder Büchern über sie lesen, sie in Meerestierdokumentationen genauer kennenlernen oder sie auf sorgsamen Tauchexpeditionen in ihrer natürlichen Umgebung beobachten, ohne sie zu verstören. Vergessen Sie vor allem niemals, dass Tiere Ihre Hilfe brauchen. Seien Sie ihre Stimme und helfen Sie mit, einen Wandel herbeizuführen, sodass eines Tages alle Wassertiere in ihrem natürlichen Lebensraum, nämlich den Meeren, Ozeanen und Flüssen, existieren dürfen.