Sie sind hier

Unterhaltung

Belustigung?

Zirkusse, Zoos, Aquarien, Hundekämpfe, Jagen, Angeln, Pferderennen... Für all diese Praktiken werden Tiere für die Belustigung des Menschen und gegen ihren Willen in Gefangenschaft gehalten. Menschen nehmen an besagten Veranstaltungen teil und betrachten sie als Vergnügung, Unterhaltung, Kunst oder einen Teil der Kultur. Doch dies rechtfertigt in keinster Weise die Inhaftierung von Tieren, ihr Leid und ihren Tod, im Namen unseres Profits.

Früher wurden in römischen Zirkussen Elefanten, Menschen, Tiger und andere Tiere umgebracht, um die Zuschauer zu belustigen. In England wurden Bären gezwungen mit Hunden zu kämpfen und das bis zum Tod einer der beiden. Bis vor Kurzem wurden in einem spanischen Dorf bei Feierlichkeiten Ziegen von Kirchtürmen in den sicheren Tod gestoßen.

All diese Formen von Unterhaltung wurden schließlich vom Großteil der Bevölkerung abgelehnt, doch auch heute existieren noch viele weitere Arten von Missbrauch, die es zu hinterfragen und abzuschaffen gilt. Viele dieser legalen Missbräuche stoßen uns ab, während andere uns vollkommen akzeptabel erscheinen. Aber diese werden voraussichtlich genauso wie die römischen Zirkusse eines Tages als unakzeptabel angesehen werden.

 

Zirkusse mit Tieren

Zirkusse ziehen mit ihrer Originalität, ihrer Farbenpracht und ausgelassenen Atmosphäre ihr Publikum und besonders Kinder an. Hinter dieser Fassade existiert jedoch eine andere Wirklichkeit: Die traurige Wirklichkeit von Zirkustieren besteht aus Leid, Entbehrung und Tod. Löwen, Tiger, Elefanten, Seelöwen. Tiere, deren Leben in Freiheit voller neuer Erfahrungen wären, werden zu einem Leben voll Monotonie und sich ständig wiederholenden Kunststücken verurteilt, um die Zuschauer zu belustigen. Diese Situation bedeutet nichts als Stress, Verwirrung und physische Schmerzen für die Tiere. Parallel dazu leben sie ein Leben voller Zwang und Verwahrlosung, welches sich endlos um Unterhaltungsshows, lange Reisen und Einsamkeit dreht.

Besucht nur tierfreie Zirkusse. Diese sind wirklich lustig. Für alle.

 

Zoos

Ein Zoo ist ein Gefängnis, in dem hunderte Tiere zum Vergnügen des Besuchers eingesperrt vor sich hinvegetieren. Tiere,  sowohl einheimischer wie auch exotischer Arten, verbringen ihre Zeit Tag für Tag in Käfigen und anderen verschlossenen Gehegen, während sie „bewundert“ und abfotografiert werden. Was man hier lernen und beobachten kann, ist nicht das echte Verhalten dieser Tiere, sondern nur wie sie ihrer Freiheit beraubt und ganz nach menschlichem Belieben benutzt werden.

Nicht selten entwickeln diese Tiere eine Krankheit namens „Zoochose“, die durch die schlechten Lebensbedingungen hervorgerufen wird. Charakteristisch dafür ist stereotypes und sich ständig wiederholendes Verhalten, wie zum Beispiel das stundenlange Auf- und Abbewegen des Kopfes, nervöses Auf- und Abschreiten an Käfigwänden oder das Weben, eine Störung bei der die Tiere sich monoton von einer zur anderen Seite wiegen. Die komplexen emotionalen und sozialen Beziehungen, die Tiere brauchen um sich zu entfalten, werden in Gefangenschaft zerstört. In einem naturkundlichen Dokumentarfilm kann man viel mehr lernen, als wenn man den traurigen Schatten eines wilden Tieres im Zoo beobachtet. Doch selbst wenn wir innerhalb der Käfigwände eines Zoos etwas über das Verhalten der Tiere lernen könnten, so würde das niemals rechtfertigen ihnen ihre Freiheit und Selbstständigkeit zu nehmen. Denn keine Erkenntnis rechtfertigt es, ein Individuum seiner Freiheit zu berauben.

 

Jagd

Die Jagd wird heutzutage als Sport angesehen. Infolgedessen sterben Millionen von Tieren jedes Jahr. Man unterscheidet zwischen Kleinwildjagd, der üblicherweise Rehe, Rebhühner, Hasen, Kaninchen, Fasane und Wasser- und Zugvögel zum Opfer fallen und Großwildjagd, in welcher die Opfer Wildschweine, Hirsche und andere Huftiere sind. Jäger benutzen Gewehre um bestimmte Individuen zu töten, und Schrotflinten um andere zu verletzten, zu verstümmeln und zu töten.

 

Gefangen im Aquarium

Aquarien sind Gefängnisse, in denen tausende von Meeresbewohnern - einschließlich Säugetiere wie Delfine und Orkas, und tropische, Süß- und Meerwasserfische - eingesperrt sind. Viele dieser Tiere würden unter natürlichen Bedingungen tausende Kilometer täglich hinter sich bringen und besitzen Sinne, die es ihnen möglich machen sich in ihrem Lebensraum zurechtfinden. In Wasserbecken können sie ihre Sinne nicht anwenden und leben frustriert in lebenslanger Gefangenschaft. Durch die Glaswand eines Aquariums können wir nicht die Tragweite der ganzen Situation begreifen. Wir sehen nicht die Langeweile, die Monotonie oder das Leid, welches die Tiere hinter den Kulissen ertragen müssen. Würden wir das Gesamtbild wahrnehmen, würden wir sicher nicht mehr aktiv zu ihrem Leid beitragen.

 

Andere „Schauspiele“

Es gibt noch weitere Schauspiele, in denen Tiere dem Zweck dienen Menschen zu belustigen oder zu unterhalten. Pferde- und Windhunderennen, Rodeos und Stierkampf sind nur einige Beispiele aus einer langen Reihe von Schauspielen. Alle von ihnen haben eine Sache gemeinsam: Die falsche Annahme, dass es akzeptabel ist, Tiere zu erzeugen, aufzuziehen, zu kaufen, zu verkaufen und sie zu ihrem Nachteil zu Unterhaltungszwecken zu missbrauchen.

 

Was kann ich tun?

Es gibt unzählige Arten von Unterhaltung, die keinen Tieren schaden und sie nicht unterdrücken. Wir können Zirkusse besuchen, die keine Tiervorstellungen in ihrem Programm haben, ins Kino oder Theater gehen, Konzerte, Shows, Kunstausstellungen und Museen besuchen oder auf Wanderungen die Landschaft und die dort lebenden Tiere genießen, indem wir sie respektvoll von einer Distanz aus beobachten. Es gibt unzählige Möglichkeiten. Doch vor allem können wir etwas bewirken, indem wir andere darüber informieren, warum diese Schauplätze nicht existieren dürfen. Wir sollten alle die Möglichkeit haben in Freiheit zu leben, egal ob menschlich oder nichtmenschlich.