Keime in Hähnchen und Pute gefährden Gesundheit | Animal Equality Germany

Keime in Hähnchen und Pute gefährden Gesundheit

Deutschland
Neue Studie zeigt: Beinahe jede zweite Fleischprobe enthält gefährliche multiresistente Erreger.

Eine Recherche des BR förderte kürzlich erschreckende Gesundheitsrisiken durch Hähnchen- und Putenfleisch zutage. In allen Bundesländern überprüften die zuständigen Behörden im vergangenen Jahr Fleischproben aus dem Einzelhandel auf antibiotikaresistente Keime. Insgesamt kamen so 450 Proben mit Putenfleisch auf den Labortisch. Das Ergebnis: In nahezu jeder zweiten Probe fand sich der gefährliche MRSA-Erreger, auch bekannt als “Krankenhauskeim”.

 

Bedenkliche Bakterien auch in Hühnchen

Laut Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) sind diese Keime oft verantwortlich für die „zum Teil schwerwiegenden Krankenhausinfektionen“. Auch in Hähnchen wurden häufig MRSA-Keime gefunden: Über 10 % der mehr als 400 getesteten Proben waren betroffen. Ähnlich alarmierende Ergebnisse ergaben Untersuchungen, die auf das sogenannte ESBL-Bakterium testeten. Diese Bakterien produzieren ein Enzym namens ESBL, welches sie gegen bestimmte Antibiotika besonders widerstandsfähig macht. Die Keime gelten ebenfalls als Auslöser von Krankenhausinfektionen. Besonders bei Risikopatienten – wie Neugeborenen – können diese Keime schwerwiegende gesundheitliche Konsequenzen zur Folge haben.

Fast jede zweite der 418 Hähnchen- und 459 Putenfleischproben war mit dem ESBL-Bakterium infiziert. „Das ist viel zu viel, keine Probe sollte mit resistenten Keimen belastet sein – wo immer die herkommen", äußerte sich Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt gegenüber der ARD.

 

Der Grund: Antibiotika in der Massentierhaltung

Intensive Nutzung von Antibiotika führt zu den bedrohlichen Resistenzen bei Keimen. Deswegen steht der übliche, exorbitante Einsatz dieser Medikamente in der Massentierhaltung schon lange in der Kritik. Im Zeitraum von 2011 bis 2016 wurde zwar die Abgabemenge der Antibiotika, die Pharma-Produzenten an Veterinäre verkauften, von rund 1700 Tonnen auf knapp 750 Tonnen vermindert. Allerdings ist zugleich in derselben Zeitspanne die Verwendung neuerer antibakterieller Wirkstoffe, die erst seit kürzerer Zeit in Human- und Tiermedizin zum Einsatz kommen, leicht gestiegen. Für Experten macht dies klar: Das Grundproblem hat sich kaum geändert. Zu viele Antibiotika kommen noch immer in der Tierhaltung zur Anwendung. Und das, obwohl es mittlerweile Meldepflichten sowie strengere Regeln für Bauern und Veterinäre gibt.

 

Jährlich hunderttausende Opfer von resistenten Keimen

Anstoß für die bundesweite Untersuchung des Geflügelfleisches war eine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion. Grünen-Fraktionsvize Oliver Krischer äußerte sich entsetzt über die Funde: „In den letzten Jahren [ist es] zu keiner wesentlichen Besserung der Situation gekommen.” Laut Bundesgesundheitsministeriums sterben jährlich rund 700.000 Menschen weltweit an den Folgen von Antibiotika-Resistenzen.

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Quelle: 
BR (13. September, 2017). „Viel zu viele antibiotikaresistente Keime in Fleischproben!“