Gute Neuigkeiten: Frankreich erkennt Tiere als fühlende Lebewesen an

Frankreich

Frankreich hat einen großen Schritt in Richtung mehr Rechte für Tiere getan. Am 18. April hat der Ausschuss der Nationalversammlung beschlossen, dass Tiere nicht mehr als Objekte sondern als "fühlende Lebewesen" angesehen werden. Die Französische Nationalversammlung hat einen entsprechenden Gesetzesentwurf vorgelegt, der nun nur noch vom Senat verabschiedet werden muss. Die Chancen stehen sehr gut, dass dieses Gesetz in Kürze in Kraft treten wird.

Am vergangenen Dienstag stimmte der Rechtsausschuss der Französischen Nationalversammlung für eine Änderung des mittlerweile 210 Jahre alten Bürgerlichen Gesetzbuches. Während in der veralteten Fassung Tiere noch heute als "persönlicher Besitz" und "Gegenstände" definiert werden, soll ihnen künftig ein rechtlicher Status als "fühlendes Lebewesen" zugesichert werden.

Reha Hutin, Präsidentin der 30 Million Friends Foundation zeigte sich erfreut über diese Änderung und erklärt: "Der aktuellen Fassung unseres Bürgerlichen Gesetzbuches zufolge sind Tiere als bloße Objekte anzusehen - ähnlich wie ein Stuhl oder ein Tisch. Das ist einfach lächerlich. Wie soll man einem Kind beibringen, dass ein Hund, nach unserem Gesetz, genauso viele Rechte hat wie ein Tisch?" Der 30 Million Friends Foundation gelang es mit Hilfe einer Petition unglaubliche 700.000 Unterschriften für den neuen Gesetzesentwurf zu sammeln.

In der Europäischen Union werden - seit Inkrafttreten des Vertrags von Lissabon im Jahr 2009 - Tiere als "empfindsame Lebewesen" anerkannt. Doch noch immer weigern sich einzelne Staaten ihre nationalen Gesetzbücher dem anzupassen. Auch im Deutschen Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) werden Tiere als eine eigene Kategorie neben Sachen unter "körperliche Gegenstände" gereiht. Tiere haben damit zwar formaljuristisch einen Sonderstatus, in der zivilrechtlichen und strafrechtlichen Praxis werden sie jedoch weiterhin wie Sachen behandelt.

1990 wurde hierzulande ein eher halbherziger Versuch unternommen dieses Gesetz zu verändern. Die Gesetzgebung erweiterte damals den betreffenden Paragraphen um § 90a BGB: "Tiere sind keine Sachen. Sie werden durch besondere Gesetze geschützt. Auf sie sind die für Sachen geltenden Vorschriften entsprechend anzuwenden, soweit nicht etwas anderes bestimmt ist." Da bis dato jedoch "nicht etwas anderes bestimmt" war und es ohnehin keine geltenden Vorschriften für den Status von Tieren gab, handelt es sich bei diesem Zusatzparagraphen lediglich um eine Phrase ohne jeglichen rechtlichen Inhalt. De facto gelten Tiere bei uns in Deutschland vor dem Gesetz nach wie vor als Sachen.

Animal Equality begrüßt die aktuelle Entwicklung in Frankreich. Tieren einen rechtlichen Status als fühlende Lebewesen zuzusichern, ist unserer Meinung nach längst überfällig. Wir hoffen, dass auch in Deutschland bald alle Tiere vor dem Gesetz, als die fühlenden und leidensfähigen Lebewesen, die sie sind, anerkannt werden. Jedes Tier ist in der Lage Freude, Schmerz, Glück und Angst zu empfinden. Daraus ergibt sich das gleiche Interesse wie bei uns Menschen: das Interesse ein Leben ohne Schmerz und Leid zu führen. Wenn auch du dich für alle Tiere stark machen möchtest, dann werde noch heute Mitglied bei Animal Equality und unterstütze uns mit einem kleinen Beitrag im Kampf für Tierrechte!

 

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Quelle: 
(1) The Dodo: http://bit.ly/1uA3rN0 (2) The Local: http://bit.ly/1kWYhWp (3) Libération: http://bit.ly/1fUdmt3