Green-Hill-Mitverantwortliche zu Haftstrafen verurteilt | Animal Equality Germany

Green-Hill-Mitverantwortliche zu Haftstrafen verurteilt

Brescia
Italien

Ein Gericht in Brescia, Italien, hat soeben drei von vier Angeklagten im sogenannten Green Hill-Prozess für schuldig gesprochen. Green Hill war einer der bekanntesten Zuchtbetriebe und Hauptlieferanten von Beagles für europäische Tierversuchslabore, in Montichiari bei Brescia. Im Sommer 2012 war die Einrichtung geschlossen worden, nachdem die Polizei bei einer Razzia erhebliche Verstöße gegen das Tierschutzgesetz vorgefunden hatte.

Die Untersuchungen dauerten 20 Stunden. Was die Polizei dort vorfand, schockierte die Medien: mehr als 100 tote Körper in Kühltruhen und 400 Hunde ohne Mikrochips. Die Leichen der Hunde wurden untersucht, um ihre Todesursache zu ermitteln. Es gab Hinweise darauf, dass viele Hunde auch ohne gesundheitliche Probleme eingeschläfert worden waren.

Gegen drei der Mitverantwortlichen wurde in den vergangenen drei Jahren wegen Tierquälerei und wegen der „unnötigen Tötung von Tieren“ ermittelt. Heute also fiel das Urteil: Der ehemaliger Green-Hill-Manager Ghislane Rondot und der zuständige Veterinärmediziner Renzo Graziosi wurden jeweils zu eineinhalb Jahren Haftstrafe verurteilt, der Direktor des Zuchtbetriebes, Roberto Bravo, zu einem Jahr.

Gianluca Felicetti von der italienischen Tierrechtsorganisation Lega Anti Vivisezione (LAV) erklärte heute gegenüber der Presse: "Das Urteil von Green Hill ist eine Anerkennung für all diejenigen, die jahrelang für die Freilassung der Beagle demonstriert haben, die Petitionen unterzeichnet und Protestbriefe gesendet haben und sich über ideologische und physische Barrieren hinweggesetzt haben, um die Schwächsten zu verteidigen."

Seit mehreren Jahren hatte sich die LAV für die Schließung von Green Hill eingesetzt. Immer wieder hatten Aktivisten vor dem Gelände in Montichiari bei Brescia demonstriert. Am 28. April, 2012 waren schließlich einige der Demonstranten spontan über den Zaun des Zuchtbetriebes geklettert, um die darin eingesperrten Beagle zu befreien. Die Bilder, die die Aktivisten mit erhobenen Händen zeigten, wie sie einen Beagle nach dem anderen vorsichtig in die Freiheit trugen, gingen damals um die Welt.

Quelle: 
Il Fatto Quotidiano: http://bit.ly/1BjWl28