Die 5 größten Skandale der Geflügelindustrie | Animal Equality Germany

Die 5 größten Skandale der Geflügelindustrie

Deutschland
Immer wieder haben Undercover-Recherchen von Animal Equality aufgedeckt, welches Tierleid sich hinter der Produktion von Hähnchenfleisch und Eiern verbirgt. Doch auch gesundheitliche Gründe sprechen gegen einen Konsum von Huhn und Ei. Diese fünf Skandale gehörten zu den größten in der Geflügelindustrie in den vergangenen Jahren.

 

Fipronil-Eier

Einer der Gesundheitsskandale 2017, und noch immer aktuell: Fibronil in Eiern. Insgesamt wurden 147 niederländische, deutsche und belgische Farmen mit dem gesundheitsgefährdenen Insektenvernichter Fibronil gereinigt, darunter auch Biobetriebe. Ein großer Teil der Betriebe waren Kunden der niederländischen Reinigungsfirma Chickfriend. Die Firma verwendete das Insektenvernichtungsmittel, um einen Schädling zu vertreiben, der besonders jungen Hennen lebensgefährlich werden kann. Mindestens 45 Länder erreichten die Millionen Eier aus den fipronilbelasteten Betrieben - darunter auch beinahe alle Länder in der EU.

Das Insektizid wirkt toxisch auf das Nervensystem. Vermutlich haben die Hennen das Gift aus dem Reinigungsmittel über das Futter aufgenommen und an die Eier weitergegeben.

Zuletzt hatte sich auch herausgestellt, dass nicht nur frische Eier, sondern auch Fertigprodukte wie Backwaren und Eierliköre mit dem Insektizid belastet sind. Bis heute dauern die Untersuchungen an, und obwohl das Bundesinstitut für Risikobewertung darauf beharrt, dass für Verbraucher nie eine “akute” Gesundheitsgefahr bestanden habe, wiesen viele Proben auch eine Fipronil-Belastung "über dem einschlägigen Rückstandshöchstgehalt" auf.

 

Gammelfleisch

September 2017: Die Firma 2 Sisters Food Group etikettierte verdorbenes Fleisch neu. Das abgelaufene Mindesthaltbarkeitsdatum wurde verlängert und die Herkunft verschleiert - dies machte eine Rückverfolgung unmöglich. Mitarbeiter verpackten zurückgeschickte Produkte neu, die wieder verkauft wurden. Kontaminierte Hähnchen, die zuvor in Schlachtabfällen landeten, landeten so schlichtweg wieder in der regulären Verkaufskette. Mit Undercover-Recherchen gelang es Reportern, den größten britischen Lieferanten von Hühnerfleisch zu entlarven.

Die Ironie: 2015 erst wurde dessen Inhaber von der Nottingham Trent University ein Ehrendoktortitel für “herausragende[n] Verdienste um die Lebensmittelsicherheit” verliehen.

 

Salmonellen

Salmonellen sind seit Jahren als große Gefahrenquelle bei Hühner-, Putenfleisch und auch Eiern bekannt - und sorgen wiederkehrend für Skandale: September 2017 wurden mit Salmonellen belastete Eier bei Penny, Rewe und Aldi Nord gefunden und zurückgerufen.

Auch im Sommer 2014 landeten salmonellenverseuchte Eier des Unternehmens Bayern-Ei im Handel. In Frankreich, Österreich, Luxemburg, Großbritannien und Deutschland erkrankten hunderte Menschen an diesen Bakterien, eine Person starb. Besonders tragisch: Der Betriebsleiter sowie der zuständige Amtstierarzt wussten von der Salmonellenkontamination durch amtliche und eigene Tests. Dennoch wurden die Eier ausgeliefert. Der Amtstierarzt verschwieg den Salmonellenbefund und warnte das Unternehmen vor Behördenkontrollen.

Und auch die Kontamination von Hühner- und Putenfleisch mit multiresistenten Erregern erwies sich bei einer großen Untersuchung im vergangenen Jahr 2017 als ein enormes Problem: Eine Recherche des BR zeigte, dass sich in nahezu jeder zweiten Probe der gefährliche MRSA-Erreger fand: auch bekannt als der gefürchtete “Krankenhauskeim”.

 

Dioxin

Dioxin wird verdächtigt, mit Krebs in Zusammenhang zu stehen - und geriet in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder in die Medien. Auch, weil die Nutztierbranche die Substanz immer wieder zum Einsatz bringt. 1999 wurde aus Belgien importiertes dioxinbelastetes Futter an Hühner und andere sogenannte Nutztiere verfüttert. Hühnerfleisch sowie Eier erwiesen sich als verseucht.

2005 kam dann der nächste Dioxinskandal: Dieses Mal waren es die Eier von Hühnern in Freilandhaltung. Die Tiere hatten über das Picken auf dem verseuchten Boden den giftigen Stoff aufgenommen.

2010 erwischte es die Bio-Eier von Lidl und Aldi Süd. 23 Betriebe in Deutschland und den Niederlanden waren betroffen. Grund waren belastete Futtermittel aus der Ukraine.

2012 entdeckten die Behörden PCB, ein dem Dioxin extrem ähnlicher Stoff, in Ställen eines Bio-Erzeugers in Nordrhein-Westfalen. Auch in diesem Fall standen die Eier bereits in Supermärkten zum Verkauf.

Dioxine stellen zwar keine akute Gefahr dar, sammeln sich jedoch im Fettgewebe des Körpers an - und können später zu einer erheblichen Gesundheitsgefahr für den Menschen werden. Denn der Stoff wird vom Körper nur sehr langsam abgebaut. Das Bundesinstitut für Risikobewertung warnt: “Bei einigen Dioxinen geht man davon aus, dass sie das Risiko, an Krebs zu erkranken, erhöhen können. […] Menschen nehmen Dioxine hauptsächlich über tierische Lebensmittel auf.

 

Vogelgrippe

Vor einigen Jahren wurde sie zum weltweiten Schrecken: die Vogelgrippe H5N1. Nahezu weltweit forderte die Epidemie des Virus Opfer. 2003 verbreitete sich der Erreger zunächst in Asien. Bald sprang das Virus auf Katzen und schließlich Menschen über. Von 2004 bis 2006 erkrankten und starben Mensch und Tier. Tausende Hühner wurden in den Betrieben getötet. Immer wieder machten Nutztierhalter Zugvögel für die Verbreitung des Virus verantwortlich, doch wie sich herausstellte, waren es vor allem Geflügeltransporte und verseuchte Futtermittel, die die Verbreitung der Vogelgrippe verursachten. Seither kommt es immer wieder zu neuen Infektionsherden mit Varianten des Virus, wie H5N8 oder H5N5 - auch in Deutschland.

Der einfachste Weg, das Risiko von belastetem Fleisch und Eiern zu umgehen ist, diese Produkte durch pflanzliche Alternativen zu ersetzen. Eine tolle Unterstützung, um den Ernährungsplan geschickt umzustellen, bietet Ihnen Love Veg: Kostenlos schickt Ihnen unsere Mitarbeiterin Eva Tipps, Tricks, Ideen und Rezepte, wie Sie eine gesunde, tierleidfreie Ernährung genussvoll und einfach umsetzen können.