Brutale Gewalt gegen neugeborene Kälber und Kühe in englischem Milchbetrieb | Animal Equality Germany

Brutale Gewalt gegen neugeborene Kälber und Kühe in englischem Milchbetrieb

Großbritannien
Animal Equality ermittelte über acht Wochen hinweg mit versteckten Kameras in einem Vorzeige-Milchbetrieb im englischen Somerset. Der Betrieb beliefert die Müller Milk Group, Großbritanniens größten Produzenten von Frischmilch und Molkereiprodukten. Dabei handelt es sich um eine Tochtergesellschaft der deutschen Unternehmensgruppe Theo Müller (u.a. “Müllermilch”).

 

Die Aufnahmen zeigen, wie Arbeiter kleine Kälber schlagen und Kühen brutal ins Gesicht treten. In diesem Betrieb wurden mehrere solcher Fälle an nur einem Tag dokumentiert. Selbst wir sind von der rohen Gewalt gegen diese gutmütigen Tieren zutiefst schockiert:

  • Junge Kälber werden durch Tritte und Schläge zum Aufstehen gezwungen.
  • Mutterkühe werden durch das gewaltvolle Zuschlagen von Metallgattern verletzt.
  • Arbeiter drücken und werfen Kälber grob auf den Boden. Dabei brüllen sie den verängstigten Tierkindern Obszönitäten ins Gesicht.
  • Kühe, die erst vor Kurzem entbunden haben, werden wiederholt geschlagen und getreten.

In diesem Video können Sie sich selbst einen Eindruck der Zustände vor Ort verschaffen. Das Video enthält Szenen von extremer Gewalt an Tieren:

Auf Hinweis eines besorgten Anwohners, der Kontakt zu uns aufnahm, fuhren wir mehrmals zu besagtem Betrieb.

Bereits beim ersten Betreten des Betriebs Ende Oktober dokumentierten unsere Ermittler, dass die Hinterbeine von mehr als einem halben Dutzend Kühe mit Hilfe von Fußfesseln zusammengebunden worden waren. Diese veraltete und qualvolle Methode wird bei Kühen angewandt, die während der Entbindung eine Fraktur des Beckens erlitten haben. Das kommt heutzutage in der modernen Massentierhaltung leider häufig vor. Denn die Züchtung der Kühe auf höchstmögliche Milchleistung geht oftmals zulasten ihrer eigenen Gesundheit. Auch in vielen deutschen Milchbetrieben ist der Einsatz von Fußfesseln immer noch gängige Praxis.

Auf dem Aufnahmematerial ist außerdem zu sehen, dass viele der Tiere lahmen und unter äußerst schmerzhaften Druckstellen leiden. Davon ist jedes Jahr rund die Hälfte aller Kühe in England betroffen. Besonders eine Kuh, gekennzeichnet mit der Nummer 1098, litt offenkundig unter heftigen Beschwerden und konnte kaum noch laufen. Wir meldeten diesen Fall umgehend den zuständigen Behörden.

Zwei tote Kälber lagen auf dem Betonboden vor dem Kuhstall. Achtlos hatte man sie dort hingeworfen, sichtbar für Kühe, die schwanger waren oder gerade erst entbunden hatten. Beide Kälber hatte man erschossen, weil sie männlich und somit für die Milchproduktion unbrauchbar sind. Die Tötung von Tieren durch einen Schuss in den Kopf ist in den meisten Ländern der EU rechtlich zulässig. In Deutschland ist diese Praxis nur bei Nottötungen erlaubt.

Auch bei späteren Besuchen in dem Betrieb waren jedes Mal Kühe an den Hinterbeinen gefesselt. Einige der Tiere waren schon seit mehreren Wochen ununterbrochen in diesem Zustand belassen worden. Auch die Kuh mit der Nummer 1098 war immer noch da, und auch ihr qualvoller Zustand war unverändert.

 

Wir beschlossen, den Betrieb genauer zu überwachen, und installierten Anfang Dezember in einem der Ställe eine versteckte Kamera. Die Aufzeichnungen übertrafen unsere schlimmsten Erwartungen. Niemals hätten wir mit Szenen von solch unglaublicher Brutalität gerechnet. Animal Equality hat das komplette Filmmaterial an die zuständigen örtlichen Behörden weitergeleitet und fordert nun, dass die Verantwortlichenn vor Gericht gestellt werden.

Unsere Recherche zeigt leider einmal mehr, dass die tatsächlichen Lebensbedingungen der Tiere oft nicht im Geringsten dem entsprechen, was uns die jeweiligen Betriebe und Unternehmen weiß machen wollen. Auch der von uns untersuchte Betrieb bezeichnet sich als Öko-Hof und wirbt auf seiner Homepage mit Fotos von glücklichen Tieren auf grünen Weiden und einem eigenen Hof-Verkauf mit regionalen Produkten. Immer wieder zeigt sich im Zuge von Undercover-Ermittlungen in Betrieben wie diesem, dass das gerne bemühte Bild der Bauernhofidylle mit der Realität meist wenig zu tun hat. Stattdessen müssen die Tiere ein qualvolles Dasein unter unwürdigen Bedingungen fristen - und das leider auch in Deutschland.

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LoveVeg

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