Bundesverwaltungsgericht wird das Urteil zum “Kükenschreddern” prüfen | Animal Equality Germany

Bundesverwaltungsgericht wird das Urteil zum “Kükenschreddern” prüfen

Deutschland
Im Mai 2016 erklärte das Oberverwaltungsgericht Münster die millionenfache Tötung von männlichen Küken als mit dem Tierschutzgesetz vereinbar. Nun kündigt das Bundesverwaltungsgericht an, sich mit der Gesetzmäßigkeit dieser Praxis auseinanderzusetzen.

Bereits im März 2015 kündigte Bundesagrarminister Schmidt an, das Töten von männlichen Küken bis 2017 beenden zu wollen. [1] Als Alternative setzte er dabei auf das von der Universität Leipzig entwickelte Verfahren, welches das Geschlecht der Küken noch im Ei bestimmt. Das Ministerium investierte mehrere Millionen Euro in das Forschungsprojekt. Das Schreddern von Küken solle so bis Ostern 2017 der Vergangenheit angehören und die neue Methode ausnahmslos das Schreddern ersetzen.

2016 erklärte auch der niedersächsische Landwirtschaftsminister Christian Meyer von den Grünen, die grausame Praxis bis spätestens Ende 2017 abschaffen zu wollen. [2]

Doch dann billigte das Oberverwaltungsgericht in Münster im Mai 2016 das Schreddern von Küken. Die Tötung verstoße nicht gegen das Tierschutzgesetz, da ein vernünftiger Grund vorliege – eine Aufzucht der männlichen Küken sei aufwändig und zudem nicht rentabel. [3]

Nun hat das Bundesverwaltungsgericht eine Revision zugelassen und wird somit das in Münster gefällte Urteil auf Rechtsfehler überprüfen. Allerdings steht noch nicht fest, wann das Gericht beginnen wird, sich mit der Problematik zu beschäftigen. [4]

Während in Deutschland noch gezögert wird, das Schreddern und die Vergasung von jährlich rund 50 Millionen Küken [5] zu beenden, wird diese Praxis in den USA bald der Vergangenheit angehören.

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Quellen:

[1] Tagesspiegel: Kein Mensch will Tiere am ersten Tag töten

[2] Stern: Kükenschreddern wird Ende 2017 verboten

[3] Zeit Online: Kükenschreddern bleibt erlaubt

[4] Welt: Urteil zum Kükenschreddern vor Bundesverwaltungsgericht

[5] Süddeutsche Zeitung: Symptom eines ethisch kranken Systems