Meilenstein in der Rechtsprechung: Schimpansen bekommen Personenrechte | Animal Equality Germany

Meilenstein in der Rechtsprechung: Schimpansen bekommen Personenrechte

USA
Es ist ein bedeutendes, historisches Ereignis in der Geschichte der Tierrechtsbewegung in den USA. Am 20. April, 2015 erkennt ein Richter zum ersten Mal zwei Tiere als juristische Personen an.

Es ist ein bedeutendes, historisches Ereignis in der Geschichte der Tierrechtsbewegung in den USA. Am 20. April, 2015 erkennt ein Richter zum ersten Mal zwei Tiere als juristische Personen an. Die Folgen sind bahnbrechend. Der oberste Gerichtshof in Manhatten erlässt im Namen der zwei Schimpansen den Antrag auf gerichtliche Verfügung, so wie den Erlass zum Schutz vor willkürlicher Inhaftierung. Nach der Rechtsordnung des Staates New York sind diese Rechte nur “juristischen Personen” vorbehalten. Nun gelten sie auch für die beiden Schimpansen, Hercules und Leo, Versuchstiere an der Stony Brook University in Long Island, New York.

Dieser unglaubliche Erfolg ist der gemeinnützigen Organisation Nonhuman Rights Project zu verdanken, die sich dafür einsetzt, dass zumindest einigen Tieren gewisse Rechte, wie z. B. körperliche Unversehrtheit, zugesprochen werden und sie nicht weiter als Sachen, sondern als Personen angesehen werden.

Ihre Forderung: Die Freilassung von Hercules und Leo und die anschließende Unterbringung im Save the Chimps, einem Schutzgebiet in Ft. Pierce, Florida, wo sie ihr restliches Leben zusammen mit 250 weiteren Schimpansen in einer Umgebung verbringen, die ihrem natürlichen Lebensraum möglichst nahe kommt.

Das Nonhuman Rights Project hatte im Dezember 2013 Anklage beim obersten Gerichtshof von Suffolk County erhoben und den Antrag auf Schutz vor willkürlicher Inhaftierung gefordert. Dieser wurde vom Gericht abgelehnt. Der Bemühungen, in Berufung zu gehen, scheiterten ebenfalls, da der Organisation laut Berufungskammer das Recht auf Berufung nicht zustünde.

Der festen Überzeugung, dass beide Gerichte irrten, stellte die Organisation beim New York County Supreme Court in Manhattan erneut den Antrag auf auf gerichtliche Verfügung, so wie den Erlass zum Schutz vor willkürlicher Inhaftierung, der zur gestrigen Entscheidung führte. Die Stony Brook University muss nun vor Gericht einen rechtlich ausreichenden Grund für das Festhalten von Hercules und Leo vorbringen. Danach entscheidet das Gericht über die Freilassung der beiden Schimpansen. Die Anhörung ist für den 6. Mai 2015 angesetzt, kann aber auch noch zu einem späteren Zeitpunkt vertagt werden.

Zwei weitere Fälle zweier Schimpansen, Tommy und Kiko, wo das Nonhuman Rights Project einen Antrag auf Berufung bei New Yorks obersten Gericht, dem Berufungsgericht, gestellt hatte, sind ebenfalls noch offen. Animal Equality begrüßt diese Entwicklung. Es bleibt zu hoffen, dass die Gerichte sich in allen drei Fällen für die Befreiung der Schimpansen entscheiden und ein klares Zeichen für die Achtung der Rechte von Tieren setzen.

Quelle: 
Nonhuman Rights Project.org. 20.April, 2015. "First Time in World History Judge Recognizes Two Chimpanzees as Legal Persons, Grants them Writ of Habeas Corpus". <http://www.nonhumanrightsproject.org/2015/04/20/judge-recognizes-two-chimpanzees-as-legal-persons-grants-them-writ-of-habeas-corpus/>