Das Filmen von Grausamkeiten auf Farmen in den USA wird zur Straftat | Animal Equality Germany

Das Filmen von Grausamkeiten auf Farmen in den USA wird zur Straftat

USA

In einem verdeckt gefilmten Video verbrennen Farmarbeiter illegal die Knöchel von Tennessee Pferden mit Chemikalien. Ein anderes zeigt Arbeiter in Wyoming, wie sie Schweine schlagen und treten und Ferkel in die Luft werfen. Und in einem Video, das bei einem der größten Eierlieferanten in den USA gedreht wurde, sieht man Hennen neben ihren toten verwesenden Artgenossen in Käfigen eingesperrt, während Arbeiter die Schnäbel junger Küken verbrennen und abzwicken.

Jedes Video – alle in den letzten zwei Jahren von Tierrechtsaktivisten undercover aufgenommen – provozierte eine rasche Reaktion: Bundesstaatsanwälte in Tennessee klagten Pferdetrainer und weitere Arbeiter an, die sich der Verletzung des „Horse Protection Act“ (Pferdeschutzgesetz) schuldig bekannten. Örtliche Behörden in Wyoming erhoben gegen neun Farmangestellte Anklage wegen gegen Tiere gerichteter Grausamkeiten. Und der in Iowa und anderen Staaten tätige Eierlieferant verlor einen seiner wichtigsten Kunden, McDonald’s, der angab, das Video habe zu der Entscheidung beigetragen.

Aber etwa ein Dutzend Gesetzgeber reagierten auch anders: Sie beantragten oder erließen Gesetze, die es illegal machten, „Nutztier“-Betriebe verdeckt zu filmen oder sich für einen Job darin zu bewerben ohne die Verbindung zu Tierrechtsgruppen aufzugeben. Außerdem setzten sie Maßnahmen auf, die es erforderten, dass solche Videos fast sofort den Behörden auszuhändigen seien. Aktivisten sagten, damit wäre jegliche sinnvolle Undercover-Ermittlung in großen Tierfabriken vereitelt.

Einige davon scheinen inspiriert vom “American Legislative Exchange Council” (dt.: Amerikanischer Rat zum Austausch über Gesetze), einer Gruppe von Unternehmensanwälten, der hunderte Vertreter aus landwirtschaftlich geprägten Staaten angehören. Die Gruppe arbeitet Modellgesetze aus, die von Lobbyisten und Gesetzgebern entworfen wurden. In der Vergangenheit gehörten dazu z.B. strengere Regeln zur Wähleridentifizierung und die “stand your ground”-Waffengesetze (Diese Gesetze erlauben Landeigentümern, sich gegen Eindringlinge auch mit tödlicher Gewalt zu wehren, entgegen der Pflicht, eine Konfrontation durch einen Rückzug zu umgehen).

Eines der Modellgesetze der Gruppe, “The Animal and Ecological Terrorism Act” (dt. “das Tierrechts- und Ökoterrorismus-Gesetz”), verbietet das Filmen und Fotografieren auf Tierfarmen mit dem Zweck “die Einrichtung oder seinen Besitzer zu verleumden.” Wer dagegen verstoße, würde als möglicher Terrorist registriert. Tierrechtsaktivisten aus den USA geben an, dass diese Art der Gesetze Undercover-Recherchen unmöglich machen sollen und eine Aufklärung über die grausamen Zustände auf Tierausbeutungsbetrieben erheblich erschweren würde.

"Es wirkt auf jeden Fall abschreckend auf unsere Möglichkeiten, Undercover-Recherchen durchzuführen.”, sagte Vandhana Bala, Sprecherin von „Mercy for Animals“, die viele Videos aufnahm, einschließlich der Legehennen-Farm 2011 (McDonald’s sagte, das Video zeigte „erschreckendes und vollkommen inakzeptables“ Verhalten, aber dass keiner der Clips von dem Betrieb war, die sie mit Eiern versorgte. Frau Bala jedoch sagte aus, dass ein Video, das Vogelkadaver zeigte, von dieser Einrichtung stamme.)

In den kommenden Wochen werden Indiana und Tennessee voraussichtlich ähnlichen Gesetzen zustimmen, die das Aufdecken von Tiermisshandlung erschweren werden, während Staaten von Kalifornien bis Pennsylvania weiter über sie diskutieren werden. In einigen Fällen konnte das Erlassen von sogenannten Ag-Gag Gesetzen jedoch auch schon verhindert werden. In Wyoming beispielsweise wurde die Gesetzgebung nach dem lauten Widerspruch von Tierrechtsfürsprechern, einschließlich Bob Barker, dem ehemaligen Moderator von “The Price is Right”, zum Stillstand gebracht.

Das Erlassen dieser Gesetze in den USA stellt eine klare Gefahr für Aktivismus dar und erschwert es Organisationen und Aktivisten die Wahrheit über die Tierausbeutungsindustrie an die Öffentlichkeit zu bringen.

Eine der grundlegenden Arbeitsweisen von Animal Equality ist das Durchführen von Recherchen, um der Öffentlichkeit die Realität hinter den Türen der Tierausbeutungsindustrie zu zeigen. Wir möchten öffentliches Bewusstsein für das Leiden und den Tod nichtmenschlicher Tiere in unserer Gesellschaft schaffen. 

Wir zeigen, dass Speziesismus der Grund für deren Ausbeutung ist und fordern die Abschaffung jeglicher Art der Nutzung von Tieren.

Speziesismus ist eine Form der Diskriminierung von Individuen anderer Spezies. Alle Tiere, menschlich und nichtmenschlich, sind fühlende Wesen mit der Fähigkeit Freude, Schmerz, Glück und Angst zu empfinden. Daraus ergeben sich die gleichen Interessen, keine Schmerzen und Leid fühlen zu müssen. Diese gleichen Interessen verdienen gleiche Berücksichtigung.