Undercover-Recherche: Animal Equality veröffentlicht schockierende Aufnahmen aus Tierversuchslaboren | Animal Equality Germany

Undercover-Recherche: Animal Equality veröffentlicht schockierende Aufnahmen aus Tierversuchslaboren

Madrid
Spanien
Am Internationalen Tag zur Abschaffung der Tierversuche bringt Animal Equality bislang unveröffentlichtes Videomaterial aus zwei Tierversuchslaboren ans Licht der Öffentlichkeit.

Während einer Undercover-Recherche ist es Animal Equality Ermittlern gelungen, die Experimente mit Mäusen an der Medizinischen Fakultät der Universität Complutense Madrid, sowie die Praktiken in der Forschungsstätte des Gregorio Marañón Krankenhauses in Madrid zu dokumentieren. Mit der Veröffentlichung der grausamen Praktiken möchte Animal Equality zu einer Debatte um Moralität und Effizienz von Tierversuchen aufrufen.

Mäuse sind die am häufigsten verwendeten Tiere in Tierversuchen. Allein in Deutschland wurden im Jahr 2013 rund 2,2 Millionen Mäuse im Namen der Wissenschaft gequält und getötet. In dem Video ist zu sehen, wie Forscher und Forscherinnen der Universität Complutense Madrid Experimente an den kleinen Nagetieren durchführen. Dabei werden ihnen Kanülen in den Hals geschoben und Organe entnommen. Wenn sie nicht gerade in einem Versuch sind, fristen die Tiere ein trostloses Dasein in winzigen, sterilen Käfigen. "Überschüssige" Mäuse werden einfach entsorgt – wobei eine der gängigsten Methoden darin besteht, ihnen das Genick zu brechen.

In der Forschungsstätte des Gregorio Marañón Krankenhauses in Madrid können Medizinstudenten an einer Art Einführungskurs teilnehmen, nach dessen erfolgreichen Abschluss sie eine Lizenz erhalten, die sie dazu befugt, Tierversuche für ihre Forschung durchzuführen. Einem unserer Ermittler ist es gelungen, verdeckt in einem solchen Kurs zu recherchieren. Eine der Übungen bestand darin, ein lebendiges Schwein entlang des Brustkorbes aufzuschneiden, verschiedene Organe zu untersuchen und das Tier daraufhin wieder zuzunähen. Anschließend wurde das Schwein getötet.

 

Im Video sind außerdem schockierende Aufnahmen einer spanischen Sammelstelle für Versuchsaffen zu sehen, in der Animal Equality Ermittler im Februar 2013 recherchierten. Die spanische Tageszeitung El Mundo betitelte den Betrieb als „Guantanamo für Affen“. In Barcelona, wo Beagle für Tierversuche gezüchtet werden, gelang es Unterstützern von Animal Equality 36 Hunde zu retten und so davor zu bewahren, dass ihnen im Namen der Forschung die Hinterbeine abgesägt werden, um das Knochenwachstum zu beobachten. Ausschnitte dieser Rettungsaktion sind ebenfalls in dem Video zu sehen.

Warnung: Das Video enthält Szenen extremer Gewalt an Tieren.

International anerkannte Universitäten wie Harvard, Yale oder Stanford haben Tierversuche bereits durch effektivere, moderne Verfahren ersetzt. Durch In-vitro-Verfahren im Reagenzglas, komplexe Computermodelle, menschliche Zell- und Gewebekulturen, sowie künstliche Haut sind Versuche an Tieren für die Grundlagenforschung, Genforschung oder Toxizitätstests heute völlig überflüssig. 

Der Großteil der Tierversuche kann schon heute durch modernere, tierleidfreie Alternativen ersetzt werden. Für Ria Rehberg, Koordinatorin von Animal Equality in Deutschland, steht fest: “Es ist außerdem absolut notwendig, in tierversuchsfreie Forschung zu investieren. Es regen sich immer mehr Stimmen, auch in den Reihen der Wissenschaftler, die alternative Methoden zu Tierversuchen fordern.

Jährlich leiden in der EU zwölf Millionen Tiere für Experimente. Neben Frankreich und Großbritannien ist Deutschland mit fast drei Millionen Versuchstieren unter den traurigen Spitzenreitern. Dabei liegt die Dunkelziffer noch um einiges höher, da viele Tiere bereits sterben, bevor sie für die Forschung genutzt werden. Laut Aussage des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft starben im Jahr 2013 über 2.199.671 Mäuse, 375.656 Ratten, über 202.685 Fische, 95.653 Kaninchen, 42.779 Vögel, 2.165 Affen, 793 Katzen, 2.542 Hunde und Tiere vieler weiterer Tierarten in Versuchen.

Die Mehrheit der Bevölkerung will nicht, dass Tiere in unsinnigen Experimenten leiden. Im Mai diesen Jahres findet vor der Europäischen Kommission eine öffentliche Anhörung der europäischen Bürgerinitative „Stop Vivisection" statt, an der sich auch Animal Equality beteiligt. Diese Anhörung könnte das Ende der Tierversuche in Europa einleiten. Die Öffentlichkeit hat ein Recht darauf zu erfahren, was hinter verschlossenen Labortüren wirklich geschieht, damit sie sich dagegen zur Wehr setzen kann.

 

 

Tipp:

Wenn Sie sich genauer mit dem Thema Tierversuche befassen und einen Überblick über alternative Forschungsmöglichkeiten ohne Tiere erhalten wollen, empfehlen wir Ihnen die „Woran soll man denn sonst testen?“-Broschüre der Ärzte gegen Tierversuche. Sie können die pdf-Datei hier kostenlos downloaden.