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Wolle/Daunen/Seide

Wolle

Wolle ist eines der Tierprodukte, die sehr viel genutzt, aber selten infrage gestellt werden. Ein Großteil der Wolle, die in Deutschland verkauft wird, stammt aus Australien. Die dort lebenden Schafe werden so gezüchtet, dass sie faltige Haut bekommen, um größtmögliche Mengen an Wolle am Körper zu tragen. Vor diesem menschlichen Eingriff hatten die Schafe genau so viel Wolle, wie sie selbst brauchten, um sich vor Kälte zu schützen. So jedoch können sie in vielen Fällen vor Wolle kaum noch sehen, urinieren oder sich bewegen. Unter der dicken Wollschicht werden ihre Hautfalten von kleinen Fliegen befallen, die die Schafe bei lebendigem Leibe anfressen. Um dies zu verhindern, wird eine gängige Methode, das sogenannte „Mulesing“, eingesetzt.

Hierbei werden den Schafen bei vollem Bewusstsein tellergroße Hautlappen um den Schwanz herum herausgeschnitten. Die Arbeiter hoffen, dass die so entstehenden narbigen Hautteile nicht mehr faltig sind und somit nicht mehr von Fliegen befallen werden. Häufig jedoch stellt sich dieser Effekt überhaupt nicht ein. Man kann sich kaum vorstellen, was für Schmerzen die geschädigten Tiere erleiden.

Doch zu den körperlichen Leiden kommen noch weitere Qualen. Wenn die Schafe für die Wollindustrie nicht mehr brauchbar sind, weil die Qualität ihrer Wolle nachlässt, werden sie auf eine oft wochenlange Schifffahrt bis in den Nahen Osten, Asien oder Nordafrika zur Schlachtung geschickt. Während des Transports erleiden die Tiere Angstzustände und Panikattacken aufgrund von Platzmangel und nicht selten verletzen sie sich gegenseitig. Viele Tiere sterben schon während des Transports an schweren Verletzungen, mangelnder Nahrung und Wasser. Die Todesqualen, die diese Tiere dort erleiden müssen, sind kaum vorstellbar.

Die Schlachtung der Schafe ist nicht weniger grausam. Die Schlachtungen finden nicht selten in Ländern ohne jegliche Tierschutzgesetze statt und unzähligen Tieren wird bei lebendigem Leibe die Kehle aufgeschnitten oder bei vollem Bewusstsein die Beine abgehakt. Man kann davon ausgehen, dass die Wollproduktion in anderen Ländern wie China, der Türkei oder dem Iran, nicht anders abläuft.

 

 

Daunen

Sowohl in Kleidung, als auch in Bettwäsche oder Schlafsäcken sind Daunenfedern beliebt und weit verbreitet. Bei der Daunengewinnung wird zwischen Lebendrupf und Totrupf unterschieden. Wie der Name suggeriert, werden die Vögel beim Totrupf vorher getötet, um danach weiter in die Fleischverarbeitung zu gelangen. Beim Lebendrupf werden den Vögeln bei vollem Bewusstsein ihre Federn herausgerissen. Gesetzlich ist der Lebendrupf in der EU zwar verboten, Verstöße gegen dieses Verbot werden jedoch immer wieder aufgedeckt und sind in einigen Ländern der EU, wie beispielsweise Polen oder Ungarn, gängige Praxis. Diese Art der Daunengewinnung ist nämlich deutlich lukrativer als der Totrupf. Denn so kann man den Tieren wiederholt ihre Federn ausreißen, da diese später nachwachsen.

Verdeckte Aufnahmen zeigen, dass Arbeiter die Vögel hastig kopfüber zwischen ihre Beine klemmen und ihnen dann brutal die Federn herausreißen. Dabei werden den laut schreienden Tieren oft ganze Hautlappen entrissen oder sogar Flügel gebrochen. Für unsere Decken, Kleidung und anderes Zubehör gibt es bereits viele tierfreundliche Alternativen. Wir können mit unseren täglichen Konsumentscheidungen dazu beitragen, Tierleid zu verhindern und Bilder wie diese zu vermeiden. Wir können ganz leicht auf tierleidfreie Alternativen umsteigen und nicht die Haut, Haare, Wolle und Federn gequälter und getöteter Lebewesen tragen.

 

Seide

Bei der Metamorphose zum Schmetterling spinnen Seidenraupen sich in einen Kokon ein. Für die Herstellung von Seide werden die Raupen getötet, indem sie lebendig gekocht werden, damit die Fasern dieser Kokons zu Seide weiterverarbeitet werden können. Für 250g Seidenfaden müssen über 3000 Schmetterlingslarven qualvoll ihr Leben lassen.

Wie andere Insekten sind auch Raupen empfindsame Lebewesen. Statt sie für unsere Kleidung zu töten, können wir pflanzliche Fasern wie zum Beispiel Seidenbaumwolle (Kapok) oder auch Kunstseide verwenden.

 

 

Alternativen

Heutzutage gibt es ein riesiges Angebot an Kleidung, die nicht auf Kosten von Tieren hergestellt wurde. Überall gibt es Schuhe, Jacken und Schals, die aus synthetischen Materialien hergestellt wurden oder aus Pflanzen wie Baumwolle, Hanf oder Leinen. Indem wir bei unserem Einkauf darauf achten, keine Produkte zu kaufen, die den Tod und das Leid von Tieren bedeuten, können wir unzählige Leben vor einem grausamen Schicksal bewahren.