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Kleidung

Auch in unserer modernisierten Welt werden immer noch Tiere als Ressourcen benutzt, um Materialien für unsere Kleidung zu liefern. Schafe und Kühe werden gezüchtet und getötet, damit ihre Haut oder ihre Wolle verarbeitet werden kann. Füchse, Nerze, Hunde, Katzen, Kaninchen und andere Tiere werden eingesperrt, auf brutale Art und Weise getötet und der Pelz hinterher weitervermarktet. Wildtiere werden erschossen oder in Fallen gelockt - damit wir ihre Häute und Felle zu Kleidung und Schuhen verarbeiten können.

Was der wahre Preis für diese Kleidungsstücke ist, den die Tiere zu zahlen haben, ist den meisten Menschen heutzutage nicht bewusst. Wir haben eine kleine Übersicht erstellt, um aufzuzeigen, wie Tiere für die Herstellung solcher Materialien leiden müssen.

 

Leder

Viele von uns haben die schockierenden Bilder von Pelzfarmen gesehen, in denen Füchse oder Nerze in engen Käfigen vor sich hinvegetieren oder vergast, bei lebendigem Leibe gehäutet oder durch Stromschläge getötet werden. Als Folge dessen würden viele Menschen heutzutage keinen Pelz mehr tragen. Die Nachfrage nach Leder ist jedoch weiterhin sehr hoch, da die wenigsten Menschen wissen, was hinter diesen Produkten steckt. Dass Leder, genau wie Pelz auch, die Haut eines einst lebendigen Tieres ist, welche gegerbt und mit einem Chemiecocktail behandelt wurde, um die Verwesung zu verhindern und die gewünschte Farbe zu erhalten, wird oftmals im Bewusstsein verdrängt. Während viele Menschen zweimal darüber nachdenken würden, einen Pelz zu tragen, macht sich kaum jemand Gedanken darüber Leder zu tragen.

Dabei leiden die Tiere, deren Haut wir zu Leder verarbeiten auf die gleiche Art und Weise. Außerdem gibt es mittlerweile genauso qualitativ hochwertige und strapazierfähige Lederalternativen für die kein Tier leiden musste. Meist wird Leder für ein Nebenprodukt der Fleischindustrie gehalten. Die Wahrheit ist jedoch, dass es weit mehr als ein Nebenprodukt der Fleischindustrie ist: Der Konsum von Leder erhöht den Schlachtwert des Tieres wesentlich und stellt eine finanzielle Unterstützung der Fleischindustrie dar.

 

Pelz

Während der Pelzproduktion wird eine hohe Anzahl an Tieren, unabhängig davon, ob sie in Käfigen aufgezogen oder im Wald gefangen wurden, lebendig und bei vollem Bewusstsein gehäutet. Dies zeigen beispielsweise Aufnahmen von chinesischen Pelzfarmen. Die zappelnden und schreienden Lebewesen werden kopfüber aufgehängt während ihnen das Fell samt Haut vom Körper gezogen wird. Dies geschieht mit etwa 35 Tieren, um einen Mantel herzustellen. Der Gebrauch von Pelz wird von der Bevölkerung schon weitgehend abgelehnt, was auf der Aufklärung über die grausamen Bedingungen hinter der Industrie beruht. Dennoch tragen viele Menschen Pelzbesätze an Jacken oder Schuhen, ohne sich bewusst zu sein, dass es sich um Echtpelz handelt.

Diese oft nur kleinen Fellteile an beispielsweise Kapuzen oder in Schuhen, stammen unter anderem auch von Hunden und Katzen aus China. Hunde- und Katzenpelz gelangt oft falsch deklariert nach Europa, um hier als „Marderhund“, „Wildkatze“ oder unter anderen Decknamen verkauft zu werden.

Doch nicht nur aus China stammt der Pelz, der hier in Deutschland verkauft wird. Zwar wurden die Richtlinien für deutsche Pelzfarmen 2011 verschärft, nicht alle Betreiber halten sich jedoch daran. Illegal züchten sie weiterhin Nerze und andere Tiere, die vor allem in Norddeutschland in viel zu kleinen Käfigen dahinvegetieren müssen.

Heutzutage können auch Jacken, Mäntel oder Schuhe, die nicht mehr als 30 Euro kosten, Echtpelzbesätze enthalten und optisch ist der „falsche Pelz“ meist kaum vom Tierpelz zu unterscheiden. Immer wieder gelangten auch Informationen an die Öffentlichkeit, die bewiesen, dass als Kunstpelz deklarierter Pelz in Wirklichkeit Hunde- oder Katzenpelz aus China war. Um sicher zu sein, den qualvollen Tod durch Vergasen, Elektroschocks oder lebendiges Häuten von Tieren nicht zu finanzieren, sollte man am besten vollkommen auf Pelzbesätze verzichten.

 

Wolle

Wolle ist eines der Tierprodukte, die sehr viel genutzt, aber selten infrage gestellt werden. Ein Großteil der Wolle, die in Deutschland verkauft wird, stammt aus Australien. Die dort lebenden Schafe werden so gezüchtet, dass sie faltige Haut bekommen, um größtmögliche Mengen an Wolle am Körper zu tragen. Vor diesem menschlichen Eingriff hatten die Schafe genau so viel Wolle, wie sie selbst brauchten, um sich vor Kälte zu schützen. So jedoch können sie in vielen Fällen vor Wolle kaum noch sehen, urinieren oder sich bewegen. Unter der dicken Wollschicht werden ihre Hautfalten von kleinen Fliegen befallen, die die Schafe bei lebendigem Leibe anfressen. Um dies zu verhindern, wird eine gängige Methode, das sogenannte „Mulesing“, eingesetzt.

Hierbei werden den Schafen bei vollem Bewusstsein tellergroße Hautlappen um den Schwanz herum herausgeschnitten. Die Arbeiter hoffen, dass die so entstehenden narbigen Hautteile nicht mehr faltig sind und somit nicht mehr von Fliegen befallen werden. Häufig jedoch stellt sich dieser Effekt überhaupt nicht ein. Man kann sich kaum vorstellen, was für Schmerzen die geschädigten Tiere erleiden.

Doch zu den körperlichen Leiden kommen noch weitere Qualen. Wenn die Schafe für die Wollindustrie nicht mehr brauchbar sind, weil die Qualität ihrer Wolle nachlässt, werden sie auf eine oft wochenlange Schifffahrt bis in den Nahen Osten, Asien oder Nordafrika zur Schlachtung geschickt. Während des Transports erleiden die Tiere Angstzustände und Panikattacken aufgrund von Platzmangel und nicht selten verletzen sie sich gegenseitig. Viele Tiere sterben schon während des Transports an schweren Verletzungen, mangelnder Nahrung und Wasser. Die Todesqualen, die diese Tiere dort erleiden müssen, sind kaum vorstellbar.

Die Schlachtung der Schafe ist nicht weniger grausam. Die Schlachtungen finden nicht selten in Ländern ohne jegliche Tierschutzgesetze statt und unzähligen Tieren wird bei lebendigem Leibe die Kehle aufgeschnitten oder bei vollem Bewusstsein die Beine abgehakt. Man kann davon ausgehen, dass die Wollproduktion in anderen Ländern wie China, der Türkei oder dem Iran, nicht anders abläuft.

 

Daunen

Sowohl in Kleidung, als auch in Bettwäsche oder Schlafsäcken sind Daunenfedern beliebt und weit verbreitet. Bei der Daunengewinnung wird zwischen Lebendrupf und Totrupf unterschieden. Wie der Name suggeriert, werden die Vögel beim Totrupf vorher getötet, um danach weiter in die Fleischverarbeitung zu gelangen. Beim Lebendrupf werden den Vögeln bei vollem Bewusstsein ihre Federn herausgerissen. Gesetzlich ist der Lebendrupf in der EU zwar verboten, Verstöße gegen dieses Verbot werden jedoch immer wieder aufgedeckt und sind in einigen Ländern der EU, wie beispielsweise Polen oder Ungarn, gängige Praxis. Diese Art der Daunengewinnung ist nämlich deutlich lukrativer als der Totrupf. Denn so kann man den Tieren wiederholt ihre Federn ausreißen, da diese später nachwachsen.

Verdeckte Aufnahmen zeigen, dass Arbeiter die Vögel hastig kopfüber zwischen ihre Beine klemmen und ihnen dann brutal die Federn herausreißen. Dabei werden den laut schreienden Tieren oft ganze Hautlappen entrissen oder sogar Flügel gebrochen. Für unsere Decken, Kleidung und anderes Zubehör gibt es bereits viele tierfreundliche Alternativen. Wir können mit unseren täglichen Konsumentscheidungen dazu beitragen, Tierleid zu verhindern und Bilder wie diese zu vermeiden. Wir können ganz leicht auf tierleidfreie Alternativen umsteigen und nicht die Haut, Haare, Wolle und Federn gequälter und getöteter Lebewesen tragen.

 

Seide

Bei der Metamorphose zum Schmetterling spinnen Seidenraupen sich in einen Kokon ein. Für die Herstellung von Seide werden die Raupen getötet, indem sie lebendig gekocht werden, damit die Fasern dieser Kokons zu Seide weiterverarbeitet werden können. Für 250g Seidenfaden müssen über 3000 Schmetterlingslarven qualvoll ihr Leben lassen.

Wie andere Insekten sind auch Raupen empfindsame Lebewesen. Statt sie für unsere Kleidung zu töten, können wir pflanzliche Fasern wie zum Beispiel Seidenbaumwolle (Kapok) oder auch Kunstseide verwenden.

 

 

Alternativen

Heutzutage gibt es ein riesiges Angebot an Kleidung, die nicht auf Kosten von Tieren hergestellt wurde. Überall gibt es Schuhe, Jacken und Schals, die aus synthetischen Materialien hergestellt wurden oder aus Pflanzen wie Baumwolle, Hanf oder Leinen. Indem wir bei unserem Einkauf darauf achten, keine Produkte zu kaufen, die den Tod und das Leid von Tieren bedeuten, können wir unzählige Leben vor einem grausamen Schicksal bewahren.