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Milch

Milch

Die Medien und die Milchindustrie versorgen uns fortlaufend mit Bildern glücklicher Kühe, die ein glückliches Leben in Zufriedenheit und ohne Ausbeutung führen. Außerdem werden wir der ständigen Propaganda ausgesetzt, dass wir Milch trinken müssten, um uns und unsere Kinder bei guter Gesundheit zu halten. Doch Kühe sind, genau wie wir und alle anderen Tiere, Individuen mit eigenen Interessen und Verlangen, die die Berücksichtigung ihrer Interessen verdienen.

Stattdessen werden sie als Ware in einer Produktionskette gesehen. Ihr Wert und ihre Lebensdauer hängen von ihrer Fähigkeit ab einen möglichst hohen Profit für die "Besitzer" einzubringen. Der Wert ihres Lebens ist ausschließlich durch den Preis bestimmt, den wir bereit sind, für ihre Milch zu bezahlen. Obwohl Kühe bis zu 25 Jahre alt werden können, wird die „moderne Milchkuh“ bereits mit etwa 5 Jahren geschlachtet.

 

Das Leben einer Kuh

Zur Herstellung von Milchprodukten wurden und werden Kühe gezielt zu dem Zweck gezüchtet so viel Milch wie möglich zu geben. Viel mehr als der Körper einer Kuh verkraften könnte. Die Menge an Milch, die eine Kuh produziert, übersteigt die Menge, die sie für ihr Kalb geben würde, um das 6-fache. Das resultiert in einem erhöhten Risiko für Mastitis, eine schmerzhafte Entzündung des Euters der Kuh. Zudem leiden die Kühe an Lähmungen. Da sie mehrmals am Tag gemolken werden müssen, sind sie dazu gezwungen, stundenlang mit übervollem Euter auf hartem Betonboden zu stehen. Die übervollen Euter sind für ihre Hinterbeine viel zu schwer.

Um Milch zu geben, muss die Kuh jedes Jahr künstlich befruchtet werden, da eine Kuh, genauso wie alle anderen Säugetiere auch, nur dann Milch gibt, wenn sie ein Kind geboren hat. Das Kalb wird innerhalb weniger Tage von der Mutter getrennt, sodass die Milch, die eigentlich für das Kalb bestimmt war, von uns getrunken werden kann. Genauso wie wir, hat eine Kuh einen sehr ausgeprägten Mutterinstinkt und möchte ihr Kalb großziehen und beschützen und leidet stark unter der Trennung von ihrem Kind. Kühe leiden und trauern um ihr Kalb und rufen und suchen meist tagelang nach ihrem Kind. Es gibt Berichte von Mutterkühen, die unglaubliche Strecken zurücklegten, um wieder zu ihren Kindern zu gelangen. Eine Kuh wanderte zum Beispiel sieben Meilen, bis sie wieder mit ihrem Kalb vereint war, welches bei einer Auktion verkauft worden war.

Kühe werden sowohl in „Agrarfabriken“ als auch auf Biobauernhöfen eingesperrt und jeglicher Freiheit beraubt. Sobald einer Kuh das Kalb weggenommen wurde, wird sie gegen ihren Willen mehrmals täglich gemolken. Um einen höheren Profit zu erzielen, wird sie bereits innerhalb von drei Monaten nach der letzten Geburt wieder geschwängert, und das alles, während sie noch Milch gibt. In jeder Stillphase wird sie üblicherweise 10 Monate lang gemolken, um nur 2 Monate lang keine Milch geben zu müssen, bevor das nächste Kalb geboren wird. Dieser ständige Druck auf ihren Körper strapaziert ihre Gesundheit und Fruchtbarkeit in einem Ausmaß, dass sie mit etwa 5 Jahren komplett ausgelaugt oder „verbraucht“ ist. Sobald sie nicht mehr genug Milch produziert, um profitabel fürs Geschäft zu sein, wird sie ins Schlachthaus abtransportiert und durch eine jüngere „Milchkuh“ ersetzt.

 

Das Schicksal ihres Kalbs

Weibliche Kälber können, nachdem sie der Mutter entrissen wurden, selbst für die Milchproduktion benutzt werden, doch sie bleiben nicht immer bei den BäuerInnen, bei denen sie gezüchtet wurden, sondern werden oft weiterverkauft, um als Besitz anderer Menschen ausgebeutet zu werden.

Die Trennung von der Mutter und dem Rest der Herde setzt ein Kalb enorm unter Stress, da es ein sehr soziales Herdentier ist, welches unter normalen Bedingungen komplexe Beziehungen zu anderen Artgenossen eingeht. Männliche Kälber hingegen haben keinen Wert für die Milchindustrie. Sie werden weiterverkauft und in enge Boxen gesperrt, wo sie 3 bis 18 Wochen lang, meist angekettet, gemästet werden. Sie erhalten einen verbilligten Milchersatz, der sie täglich etwa 1 Kilo an Gewicht zunehmen lässt. Diese Kälber werden mittlerweile auch wieder mit zermahlenem Fisch gefüttert, was nach dem Ausbruch von BSE untersagt worden war. Diese Tiere erleben ihr Leben lang nichts weiter als eine kleine Box, in der sie von Ängsten, der Sehnsucht nach ihrer Mutter und physischen Schmerzen gequält werden, nur um dann getötet und nach nur ein paar Monaten miserablen Lebens zu Fleisch verarbeitet zu werden. Der Konsum von Milchprodukten unterstützt also direkt die Fleischindustrie und ist für den Tod dieser Kälber verantwortlich.

 

Ihr Tod

Keine Kuh bekommt auch nur die Chance ihre natürliche Lebensdauer von 25 Jahren zu erleben. Genauso wie ihre Kälber wird sie, sobald ihre Milchproduktion unter das gewünschte Level fällt, zum Schlachthaus abtransportiert. Sie wurde schließlich für ihre Fähigkeit Milch zu geben und den Menschen Gewinn zu verschaffen geboren, egal ob in Massenbetrieben oder auf Biohöfen. Zu dem Zeitpunkt ist die Kuh etwa 5 Jahre alt. Sie wird zusammengepfercht mit anderen Kühen ins Schlachthaus abtransportiert. Wenn sie das Schlachthaus erreicht, ist sie meist so erschöpft und gelähmt, dass sie nicht einmal mehr stehen kann und zusammenbricht. Kühe in diesem Zustand werden als „Downer“ Kühe, die Krankheit wird als Festliegen bzw. Milchfieber bezeichnet. Die Interessen des ausgebeuteten Tieres werden den Interessen ihrer "Besitzer" vollständig untergeordnet. Aus diesem Grund können wir niemals ernsthaft sagen, dass nichtmenschliche Tiere respektiert werden, bis sie nicht mehr gezielt für den menschlichen Profit gezüchtet werden.

 

Kalzium

Es stimmt, dass wir Kalzium brauchen, damit unsere Knochen stark und fest bleiben und um Osteoporose vorzubeugen, aber Milchprodukte sind weder die einzige noch die beste Art an Kalzium zu gelangen. Wir können unseren gesamten Kalziumbedarf mit anderen Lebensmitteln decken. Blattgemüse, Grünkohl, bestimmte Bohnenarten, Brokkoli, angereicherte Sojamilch oder Tofu, getrocknete Feigen, angereicherter Orangensaft, Sesamkörner, Tahin oder Melasse sind nur einige Beispiele.

 

Kuhmilch ersetzen

Trotz der mächtigen Werbekampagnen der Milchindustrie wissen wir heute, dass es weder notwendig noch gut für unsere Gesundheit ist, Milchprodukte zu konsumieren. Wenn Sie weiterhin Milch trinken möchten, aber nicht zum Leid und Tod anderer Lebewesen beitragen möchtest, können Sie aus einer großen Auswahl anderer, auf pflanzlicher Basis hergestellter Milchsorten wählen, die heutzutage in jedem Supermarkt zu finden sind. Verschiedene Sorten Sojamilch, darunter auch gesüßte Sojamilch, können mittlerweile überall gekauft werden und lassen sich genauso gut oder sogar besser als Kuhmilch in Tee, Kaffee, Müsli oder als Kochzutat für Saucen, Kuchen usw. verwenden. Bei der Verwendung gibt es nichts zu beachten; im traditionellen Rezept wird lediglich Kuhmilch durch tierfreundliche Milch ersetzt. In vielen Supermärkten und fast allen Reformhäusern und Bioläden können Sie zudem noch zwischen Mandelmilch, Hafermilch, Haselnussmilch oder leckerer Reismilch wählen.

Butter kann ebenso leicht durch viele verschiedene Margarinesorten ersetzt werden und es gibt einige vegane Käsesorten, die man in Reformhäusern oder Versandhäusern erhalten kann. Genauso wie mit Sojamilch sollten Sie, falls Sie eine bestimmte Marke nicht so gerne mögen, unbedingt eine andere probieren, da sie im Geschmack sehr unterschiedlich ausfallen können und Sie so sicher die finden, die Ihnen am besten schmeckt. Man kann außerdem sehr gute vegane Sahne und verschiedene Eissorten in den meisten Supermärkten und in allen Reformhäusern kaufen.

Abgesehen davon, gibt es schon unzählige köstliche, vegane Rezepte, für die es von vorneherein nicht erforderlich ist, Milchprodukte oder andere Ersatzprodukte zu verwenden.