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Eier

 

Was spricht gegen Eier?

Hennen werden in der Eierindustrie aus dem einzigen Grund geboren, um Eier zu legen. Sie werden gezielt gezüchtet, um den größtmöglichen Ertrag zu erzielen und ihre Existenz hängt vollkommen von ihrer Fähigkeit ab, einen Gewinn einzubringen. Hühnern wird ihr ganzes Leben lang ihre Freiheit genommen, unabhängig davon ob sie in Käfig-, Freiland-, Boden- oder Biohaltung aufwachsen. Nur die Umstände, in denen sie ausgebeutet werden, unterscheiden sich, nicht jedoch ihr Leid.

Hühner sind sehr soziale Tiere, die gerne auf Futtersuche gehen, ihre Umgebung erkunden, Staubbäder nehmen, Nester bauen, in der Sonne liegen und sich um ihre Familien kümmern. Sie erleiden schlimmste Qualen, wenn es ihnen unmöglich gemacht wird diesen Verhaltensweisen nachzugehen.

 

Der Tod hinter den Kulissen der Eierproduktion

Jede Art der Eierproduktion führt zum direkten Tod männlicher Küken. Die Hühner in Legebatterien beginnen ihr kurzes Leben in Brutstätten, wo sie in künstlichen Brutkästen schlüpfen und niemals die Fürsorge und Pflege einer Mutter erfahren dürfen. Sobald sie geschlüpft sind, werden die nur tagealten Küken von sogenannten „Sexern“ in männliche und weibliche Küken aufgeteilt. Die weiblichen Küken werden daraufhin zu Produktionsfaktoren - „Legehennen“ -, während die männlichen Küken umgebracht werden, da sie weder Eier legen noch zur Fleischgewinnung tauglich sind.

Zur Fleischproduktion werden speziell gezüchtete „Masthähnchen“ benutzt, die sehr schnell wachsen und Fleisch ansetzen. Männliche Küken in der Eierproduktion werden jedoch im Alter von nur einem Tag getötet; sie werden vergast, erstickt oder bei lebendigem Leib geschreddert. 50 Millionen männliche Küken finden so in Deutschland pro Jahr den Tod – auch die männlichen Geschwister von Bio-Legehennen.

 
Bild von Jo-Anne McArthur: Diese Freilandhühner werden zusammengetrieben, um im Alter von 1,5 Jahren zum Schlachthaus geschickt zu werden

Auf jedem „Geflügelbetrieb“ müssen die Hühner sterben, sobald ihre Produktivität nachlässt. Nach einem oder zwei Jahren beginnt eine Henne, weniger Eier zu produzieren. Sie wird dann, egal ob in Freilandhaltung oder in anderen Formen der Eierproduktion, getötet und durch eine jüngere Henne ersetzt. Und das, obwohl sie 10 Jahre oder länger leben könnte.

 

Die verschiedenen Haltungssysteme

In Deutschland sind Kleingruppenkäfige (oder auch Kleinvolièren), Boden-, und Freilandhaltung die drei gängigsten Haltungssysteme für Hühner. Der Großteil der Legehennen in Deutschland lebt in Bodenhaltung, während 13% in Kleingruppenkäfigen, 15% in Freilandhaltung und weitere 8% in Biohaltung leben.

Ganz gleich in welchem Haltungssystem die Hühner leben, laut Daten der Industrie sterben über 10% von ihnen noch vor der eigentlichen Schlachtung. Das zeigt deutlich, wie sehr die Tiere an ihrer Gefangenhaltung leiden. Hühner werden heutzutage so gezüchtet, dass sie etwa 300 Eier pro Jahr legen – und das ohne Unterbrechung.

Normal wäre ein Gelege von 10- 40 Eiern im Jahr, nämlich so viele wie eine Henne auch ausbrüten kann. Für die ohnehin schon geschwächten Körper der Tiere bedeutet das ständige Eierlegen oftmals das Todesurteil. Schmerzhafte Eileiterentzündungen sind nicht selten die Folge solcher „Höchstleistungen“.

 
Ob in Käfig-, Boden-, oder Freilandhaltung, die Hühner werden in den verschiedenen Systemen zwischen 12 und 15 Monaten gehalten. Danach lässt ihre "Produktivität" nach und sie werden in noch jugendlichem Alter geschlachtet. Bioschlachtungen unterscheiden sich dabei beim Schlachtvorgang selbst nicht von den Tötungsmethoden der konventionellen Betriebe – auch dort werden die Tiere unter erschreckenden Umständen getötet.

Zur Betäubung bei der Schlachtung sind unterschiedliche Methoden gängig. Zum einen gibt es die sogenannte CO2-Betäubung. Hierbei werden die Tiere mit einem Gasgemisch betäubt. Diese Art der Betäubung ruft, wenn sie überhaupt wirkt, bei den Tieren starke Erstickungsgefühle hervor. Eine andere Methode ist die Schlachtung mit Wasserbadbetäubung: an den Füßen werden die Hühner in die Metallbügel einer Förderkette eingehakt, sodass sie mit dem Kopf nach unten hängen. Dabei kommt es oft zu schmerzhaften Knochenbrüchen und Verletzungen der Tiere. Mit dem Kopf nach unten und vollkommen orientierungslos werden die Hennen dann mit Hilfe eines Förderbandes durch die weiteren Schlachthofstationen geführt: das Elektrowasserbad, wo sie betäubt werden, den Halsschnittautomaten, der ihnen die Kehlen durchschneidet; das Brühbad und die verschiedenen Zerlegungsstationen. Oftmals werden die Tiere so unzulänglich betäubt, dass sie bei vollem Bewusstsein sind, wenn ihnen die Kehle durchgeschnitten wird.

In allen Haltungssystemen leiden die Hühner unter Verhaltensstörungen wie Federpicken und Kannibalismus, was regelmäßig mit schweren Verletzungen einhergeht. Daher werden schon den Küken routinemäßig und ohne Betäubung die Schnäbel abgeschnitten oder weggelasert. Der Schnabel dient Hühnern als Tastorgan und ist äußerst sensibel. Diesen abzuschneiden führt nicht nur zu akuten und teilweise auch chronischen Schmerzen, sondern nimmt den Tieren auch einen wichtigen Tastsinn.

Fazit: In keinem der heutigen Haltungssysteme können Hühner ihren Grundbedürfnissen nachgehen und in jedem Fall müssen sie körperliche und psychische Qualen erleiden. Die Tiere werden ausschließlich zu Produktionszwecken ausgenutzt. Ihre eigenen Bedürfnisse erfahren keinerlei Berücksichtigung. Lebende und fühlende Individuen zu Produktionsmaschinen zu degradieren, kann nur zu Lasten der Tiere geschehen und ist in unserer Gesellschaft ethisch nicht mehr zu rechtfertigen. Wir können problemlos Eier und Eiprodukte durch tierfreundliche, vegane Alternativen ersetzen und das Leiden und den Tod von Millionen leidensfähigen Individuen pro Jahr vermeiden.

 

Tierfreundliche Eier

Eier lassen sich bei einer tierfreundlichen Ernährung leicht ersetzen. Rührei kann beispielsweise durch Rührtofu ersetzt werden und schmeckt genauso gut. Auch Spiegeleier lassen sich mit dem Ei-Ersatz MyEy (gibt es als EyWeiss und EyGelb) mittlerweile rein pflanzlich zubereiten. In diesem Video wird gezeigt, wies geht.

Auch für das Binden von Saucen oder Puddings gibt es viele tierfreundliche Alternativen. So kann Mehl, Stärkemehl, Pfeilwurzelmehl oder Johannnisbrotkernmehl dann verwendet werden, wenn die Sauce gekocht werden soll (Mehl in die kalte Flüssigkeit einrühren und aufkochen). Für kalte Saucen ist Guarkernmehl die beste Lösung.

 

Backen ohne Eier

Beim Backen lässt sich auf beinahe unendlich viele Alternativen zurückgreifen, die das Backen ohne Eier erleichtern und dabei einen ähnlichen, wenn nicht sogar gleichen, Effekt erzielen. Grundsätzlich ist es so, dass Mürbeteig, Nudelteig, Strudelteig, Plunderteig, Blätterteig, Hefeteig und Quark-Öl Teig (mit Sojajoghurt/ Tofu anstatt Quark) auch ohne Eier hergestellt werden können, indem man die Eier ganz einfach weglässt.

Für andere Teigsorten gibt es verschiedene Möglichkeiten das Ei zu ersetzen. Zum einen gibt es sogenannte Ei-Ersatzprodukte, die bereits fertig in diversen Onlineshops erhältlich sind. Zu den bekanntesten Ei-Ersatzprodukten zählen NoEgg und 3 PAULY Ei-Ersatz. Eine Liste veganer Onlineshops kann auf der Seite Tierfreundliche Alternativprodukte eingesehen werden.

Ei-Ersatz lässt sich jedoch auch ganz einfach selbst herstellen. Für ein Ei müssen lediglich 2 EL normales Mehl, ½ TL Öl, 2 EL Wasser und ½ TL Backpulver gemischt werden. Je nach Gusto, können jedoch auch andere Lebensmittel als Ei-Ersatz fungieren. So lässt sich zum Beispiel aus ½ Banane ein leckerer Ei-Ersatz für Crêpes oder andere Süßspeisen herstellen. Auch möglich: 75 ml pürierter Seidentofu. Als weitere mögliche Ei-Ersätze können auch ein fein geriebender Apfel oder ¼ Tasse Apfelmus, 1½ EL Leinsamen fein gemahlen und mit 150ml Wasser vermischt, oder Pfeilwurzelmehl, Johannisbrotkernmehl, Tapiokamehl, Kartoffel- oder Maisstärkemehl genutzt werden. Besonders beliebt ist Sojamehl mit Wasser angerührt (pro EL zusätzlich noch ½ EL Öl dazugeben und zur Lockerung des Teiges auch etwas Mineralwasser). Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt!

Hier ein Beispiel aus der Praxis: Bernd Hartner ist der Besitzer von Bernds Welt, einer Bäckerei die schon seit 1999 rein vegan produziert. Er bietet u.a. folgende Produkte an, für deren Herstellung üblicherweise tierische Produkte verwendet werden: Striezel, Walnuss- Apfel- und Mohnstrudel, Kaffeekuchen (Germteig mit Kartoffelflocken und Rosinen), Plunder (Nuss-Schnecke, Schoko-Nuss-Rolle, Mohn-Krone, Früchteplunder, Soja-Vanille-Golatsche), Faschings Krapfen oder Osterhasen aus Hefeteig.

Diese Produkte stellt die Bäckerei ohne kommerziellen Ei-Ersatz her, stattdessen wird, wie oben beschrieben, Sojamehl zur Bindung und Mineralwasser zur Auflockerung des Teiges verwendet. Auch für Torten werden diese günstigen und leicht handhabbaren Hilfsmittel benutzt.

Auch für das Bestreichen von Gebäck gibt es gute Alternativen. Um beispielsweise einen glänzenden Blätterteig herzustellen, bestreicht man das ungebackene Gebäck einfach mit einer Mischung aus 1 EL Sojamilch oder Sojasahne und 1 EL Öl.

 

Artgerecht ist nur die Freiheit

Hühner sind fühlende Individuen, die leben wollen. Während Hühner in der Eierindustrie nur ein oder zwei Jahre lang leben dürfen, können befreite Hühner auf Gnadenhöfen 10 Jahre und älter werden. Es liegt in unserer Hand, die Leben unzähliger Individuen zu bewahren. Denn wir Menschen können problemlos Eier und Eiprodukte durch tierfreundliche Alternativen ersetzen und das Leiden und die Schmerzen von unzähligen Tieren vermeiden.

 

Offene Befreiung von 6 Hennen

Um auf das Leid der Hühner aufmerksam zu machen, die für die Eierproduktion ausgebeutet und ihrer Freiheit beraubt werden, sind AktivistInnen von Animal Equality in eine Freilandhaltung für Legehennen hineingegangen. Dort lebten die Hühner zu Tausenden zusammengepfercht auf einem Betrieb, der ihre Eier gewinnbringend verkaufte. Wir haben die Zustände auf dem Betrieb dokumentiert und zeigen die Geschichten der Individuen auf, die dort im Verborgenen schreckliche Qualen erleiden müssen. Es gelang uns, 6 der Hühner aus dem Betrieb zu befreien und sie vor ihrem Schicksal zu bewahren. Sie verbringen nun unter der Aufsicht von verantwortungsbewussten Menschen ein Leben in Freiheit.