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Ernährung

Über 56 Milliarden sogenannte Nutztiere werden jedes Jahr von Menschen getötet. Mehr als 3000 Tiere sterben pro Sekunde in Schlachthöfen überall auf der Welt. In dieser schockierenden Zahl sind noch nicht einmal Fische und andere Meerestiere mit eingerechnet, welche aufgrund der hohen Todesrate nur in Tonnen gemessen wird. Tiere sind nicht einfach Produkte zum Essen, sondern denkende und fühlende Individuen, die ihr Leben genießen wollen. Für ein Tier ist das Leben genauso wichtig und unersetzlich, wie unser Leben für uns.

Doch als Kinder wird uns beigebracht Kühe, Schweine, Hühner, Schafe und Fische als uns untergeordnete Lebewesen zu betrachten, die dazu da sind, uns mit Fleisch, Milch und Eiern zu versorgen. Diese Art und Weise andere Spezies wahrzunehmen, nennt man Speziesismus.

Es wird Zeit, dass wir eine andere Blickweise für die Tiere entwickeln, mit denen wir uns diesen Planeten teilen. Wir müssen anfangen, sie nicht mehr als Produkte oder Mittel zum Zweck zu sehen, sondern als was sie wirklich sind: individuelle, fühlende Wesen, die es verdient haben respektiert und wertgeschätzt zu werden.

 

Die Lösung: Veganismus

Es gibt eine einfache Lösung, wie wir den Großteil des Tierleides abschaffen können: Indem wir auf eine vegane Ernährung umsteigen, können wir bis zu 95 Tiere im Jahr retten. Das macht tausende Tierleben im Laufe eines Lebens. Die meisten Menschen sind schon jetzt der Meinung, dass Tiere nicht unnötig gequält oder verletzt werden sollten, doch im Namen unserer Ernährung wird gerade dies unzähligen Tieren angetan, obwohl es überhaupt nicht notwendig für unsere Gesundheit ist. Die Entscheidung für eine vegane, gesunde und ausgewogene Ernährung, bedeutet die Interessen und Bedürfnisse aller Tiere zu berücksichtigen und sich nicht an ihrer Ausbeutung zu beteiligen.

 

Fische

Die meisten der Tiere, die für unseren Verzehr sterben, sind Fische. Die Anzahl der Körper ist so groß, dass sie in Tonnen gezählt werden, was es sehr schwierig macht auszurechnen, wie viele Tiere genau ihr Leben lassen müssen. Ungeachtet der Tatsache in welchen Massen sie gefangen, und wie sie wahrgenommen werden, so sind Fische doch Individuen, die die Fähigkeit haben Schmerz und Freude zu empfinden, wie zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen. Huntiford (2002) zufolge haben Fische Sinne um Schmerzstimulation wahrzunehmen, und zerebrale Mechanismen, die diese Stimulation verarbeiten und negative körperliche Reaktionen hervorrufen.

Es gibt viele verschiedene Fischfangmethoden, doch alle haben einen grausamen Tod zur Folge. Die Opfer der kommerziellen Fischereinetze sterben meist durch Ersticken oder sie werden unter dem Gewicht der anderen Fische erdrückt oder erfrieren in den Kühltruhen des Fischerbootes.

Andere müssen qualvoll miterleben, wie sie zur Wasseroberfläche gezogen werden und ihre Augen und inneren Organe durch den Druckverlust buchstäblich explodieren.

Fische am Angelhaken fühlen wie ihre sensiblen Mundpartien von den scharfen Haken aufgerissen werden, bevor sie totgeknüppelt werden oder ersticken. In den Fischzuchtanlagen sind mehrere tausend Fische so eng zusammengepfercht, dass sie nur in Kreisen schwimmen können. Außerdem grassieren Infektionen und Parasitenbefall in den Zuchtanlagen, welche zusätzlich leicht auf frei lebende Fische übergreifen können.

 

Hühner - ausgebeutet für ihre Eier

Alle Legehennen, ob in Legebatterien, Freiland-, Boden- oder Biohaltung, beginnen ihr Leben in Brutstätten. Da männliche Küken keine Eier legen und sie auch nicht für die Fleischindustrie verwendet werden (stattdessen werden schneller wachsende Masthähnchen benutzt), werden sie als Abfallprodukt angesehen und erstickt, vergast oder lebendig zerhackt, wenn sie nur einen Tag alt sind. Dies passiert mit etwa 50 Millionen männlichen Küken pro Jahr in Deutschland. Die meisten Legehennen verbringen ihr gesamtes Leben auf kleinstem Raum in Käfigen und sogar Freilandhühner können ganz legal in riesigen Betrieben zu Tausenden zusammen gehalten werden, wobei die meisten von ihnen nicht einmal die Möglichkeit haben je nach draußen zu gelangen. Vielen dieser Freilandhühner werden außerdem die Schnäbel abgeschnitten, um zu verhindern, dass sie sich gegenseitig in der beengten Umgebung hacken. Genauso ergeht es auch den Käfigtieren.

Die „Nutzhennen“ werden am Leben gehalten, weil sie Eier produzieren können. Sobald sie ihre Höchstleistung verringern und anfangen weniger Eier zu legen als zuvor, werden sie geschlachtet. So geschieht es mit allen Hühnern, auch denen aus Freiland- und Biohaltung, wenn sie ungefähr ein oder zwei Jahre alt sind. Unter natürlichen Lebensbedingungen kann eine Henne zehn Jahre oder älter werden. Mehr zu Hühnern in der Eierindustrie

 

Kühe - ausgebeutet für ihre Milch

Genauso wie Menschen, produziert eine Kuh nur dann Milch, wenn sie ein Kind geboren hat. Eine Zwangsbefruchtung findet jedes Jahr statt und kurz nach der Geburt wird das Kalb der trauernden Mutter entrissen. Die Kühe werden daraufhin weiterhin ihrer Milch wegen ausgebeutet, doch die unerwünschten männlichen und weiblichen Kälber, die es im Überfluss gibt, werden entweder direkt nach der Geburt erschossen oder sie werden gemästet und nach einem kurzen Leben getötet und zu Kalbsfleisch verarbeitet.

Die moderne Kuh wurde so gezüchtet, dass sie viel mehr Milch produziert als für ihren Körper gesund wäre. Die Melkmaschine an ihren Eutern und die Anzahl der Stunden, die sie auf hartem Betonboden stehen müssen, während sie gemolken werden, hat zur Folge, dass viele der Kühe an schmerzhaften Entzündungen der Milchdrüse, der sogenannten Mastitis, und Lähmung leiden.

Obwohl Kühe bis zu 25 Jahre alt werden können, werden die meisten „Milchkühe“ mit ungefähr 5 Jahren geschlachtet, weil dann ihre Milchproduktion nachlässt und sie von der Industrie als „verbraucht“ angesehen werden.

 

Rinder

Doch nicht nur für ihre Milch, auch für ihr Fleisch werden die Kühe ausgebeutet. Kühe, die zu Rindfleisch verarbeitet werden, werden normalerweise noch im Jahr ihrer Geburt getötet, obwohl sie unter natürlichen Bedingungen 25 Jahre oder älter werden können. Die Kälber, die zu Kalbsfleisch werden sollen, werden von ihren Müttern getrennt, um kurz nach der Geburt verkauft zu werden. Die meisten müssen weite Reisen zu den verschiedenen Mastbetrieben in Europa überstehen. Die zwanghafte Trennung von ihren Müttern und anderen Mitgliedern ihrer Herde löst bei den Tieren Angstanfälle und Stress aus. Sie sind sehr soziale Lebewesen, die sich gegenseitig wiedererkennen und starke Familienbande eingehen können, welche meist ein Leben lang halten. Nichtsdestotrotz werden in allein Deutschland jährlich 4,2 Millionen Kühe für die Fleisch- und Milchindustrie getötet.

Auch die „Produktion“ von Leder ist ein Todesurteil für eine Kuh. Durch den Kauf von Leder unterstützt man direkt die Betriebe und Höfe, die ihr Geld mit der Ausbeutung von Tieren verdienen. Leder ist das zweitprofitabelste Produkt der Fleischindustrie.

 

Schweine

Schweine sind intelligente Wesen, die sich ihrer Existenz voll bewusst sind. Sie können stundenlang miteinander spielen, am Boden herumstöbern, in der Sonne liegen und ihre Umgebung mit ihrem außerordentlichen Geruchssinn erkunden. Genauso wie wir können sie Freude empfinden, Interesse an Neuem haben und ihr Leben genießen.

Die, die wahrscheinlich am meisten in dieser Industrie leiden müssen, sind die Säue, die zur Zucht benutzt werden. Sie werden im Laufe ihres Lebens immer wieder künstlich befruchtet, leben meistens in extrem beengten Verhältnissen und werden, kurz nachdem die Ferkel geboren wurden, von ihnen getrennt. Sie leiden sowohl physisch als auch psychisch stark unter diesen Bedingungen. Das Leben dieser Tiere, und ihre Kapazität zur Reproduktion, sind als nichts anderes als der Weg zur Produktion von mehr und mehr Ware angesehen. Die Mütter, die nicht die erwünschte Ferkelanzahl erbringen können, werden umgehend ins Schlachthaus abgeliefert.

 

Hühner, Truthähne und Enten

Masthähnchen, Truthähne und Enten werden in riesige Ställe gestopft und so schnell zum Schlachtgewicht gemätstet, dass ihre Beine oft nicht mehr das eigene Körpergewicht aushalten können und viele von ihnen Herzinfarkte bekommen. Hühner und Truthähne sind soziale Tiere, die gerne auf Futtersuche gehen, mit ihren ArtgenossInnen Zeit verbringen und Sand- und Sonnenbäder nehmen.

Sie leiden stark, wenn ihnen diese Freiheit genommen wird und sie nicht ihren natürlichen Verhaltensweisen nachgehen können, genauso wie wir leiden würden, wenn wir nicht das tun könnten, wonach wir uns sehnen.

Enten brauchen außerdem Wasser um sich wohlzufühlen, um sich zu waschen und vor Infektionen zu schützen. Die meisten Enten werden ohne Wasser aufgezogen und erleiden schreckliche Qualen, bedingt durch die Frustration nicht ihren natürlichen Verhaltensweisen nachgehen zu können.

Die eben genannten Tiere sind nicht die einzigen Opfer unserer Essensgewohnheiten. Auch Kaninchen, Wild, Vogelsträuße und viele weitere Tiere fallen der Fleischindustrie zum Opfer. Jede Art von Tier, die wir zu unserem Vorteil nutzen können, wird zu einem Opfer unserer Gesellschaft. Etwa 900 Millionen Säugetiere und Vögel und mehrere hundert Millionen Fische werden in Deutschland jedes Jahr ausgebeutet. Aus dem einfachen Grund, dass uns ihr Fleisch schmeckt oder die Produkte, die wir aus ihren Körpern herstellen, gefallen.